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Ratgeber Bauordnungsrecht

Innenbereich oder Außenbereich — die Frage, die alles entscheidet

Im Außenbereich halten nur fünf Länder eine kleinere Schwelle offen. Wie Sie in vier Schritten erkennen, wo Ihr Grundstück liegt.

Veröffentlicht Aktualisiert

14 Min. Lesezeit

Letztes Wohnhaus am Ortsrand, dahinter beginnen offene Felder

Gilt die Genehmigungsfreiheit auch im Außenbereich?

Nur ausnahmsweise. Elf Landesbauordnungen nennen für ein Gartenhaus im Außenbereich keine eigene Schwelle, fünf halten dort eine deutlich kleinere offen: Baden-Württemberg und Bayern 20 m³, Niedersachsen 40 m³, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein 10 m³. Das befreit nur vom Verfahren — nach § 35 BauGB bleibt ein privates Gartenhaus dort materiell meist unzulässig.

Rechtsgrundlage: §§ 30, 34, 35 BauGBStand: 04.11.2026

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Inhalt10 Abschnitte

Von allen Angaben, die der Genehmigungscheck abfragt, entscheidet keine so viel wie diese. Liegt Ihr Grundstück im Außenbereich, nennen elf Landesbauordnungen für ein Gartenhaus dort keine eigene Schwelle mehr — und die übrigen fünf nur noch eine deutlich kleinere.

Wichtiger noch: Selbst wo das Verfahren entfällt, bleibt das Vorhaben dort meist unzulässig. Beides sind zwei verschiedene Fragen, und die zweite wiegt schwerer.

Fünf Länder gewähren im Außenbereich eine eigene, kleinere Schwelle: Baden-Württemberg und Bayern 20 m³, Niedersachsen 40 m³, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein 10 m³. Nordrhein-Westfalen lässt seine 75 m³ dort nur gelten, wenn das Gebäude einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb dient. Diese Reste befreien vom Verfahren, nicht von § 35 BauGB — der Genehmigungscheck weist genau diesen Fall als „Verfahrensfrei, aber am Standort unzulässig“ aus.

Drei Kategorien, nicht zwei

Das Baugesetzbuch kennt drei Lagen:

§ 30 BauGB — Geltungsbereich eines qualifizierten Bebauungsplans. Es gibt einen Bebauungsplan mit Festsetzungen zu Art und Maß der Nutzung, überbaubarer Fläche und Verkehrsflächen. Zulässig ist, was der Plan zulässt.

§ 34 BauGB — im Zusammenhang bebauter Ortsteil. Kein qualifizierter Bebauungsplan, aber zusammenhängende Bebauung. Zulässig ist, was sich in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt.

§ 35 BauGB — Außenbereich. Alles Übrige. Zulässig sind nur privilegierte Vorhaben; alle anderen dürfen öffentliche Belange nicht beeinträchtigen — was ein privates Gartenhaus praktisch immer tut.

Die ersten beiden Kategorien fasst die Umgangssprache als „Innenbereich“ zusammen. Für die Verfahrensfreiheit ist genau diese Zusammenfassung maßgeblich.

Welche Frage die Landesbauordnung beantwortet — und welche nicht. „Was darf ich auf meinem Grundstück bauen?“ klingt nach einer Frage an die Bauordnung des Landes, ist aber keine. Niedersachsen führt die Trennung im Gesetzestext vor. Die Niedersächsische Bauordnung regelt den Weg: Baumaßnahmen bedürfen nach § 59 Abs. 1 NBauO der Baugenehmigung, „soweit sich aus den §§ 60 bis 62, 74 und 75 nichts anderes ergibt“. Was am Standort zulässig ist, steht dort nicht. Das entscheiden §§ 29 bis 35 BauGB — § 29 Abs. 1 BauGB stellt Vorhaben unter die §§ 30 bis 37, und welcher dieser Maßstäbe greift, hängt an der Lage. Die NBauO sagt das selbst: Genehmigungsfreie und verfahrensfreie Baumaßnahmen müssen nach § 59 Abs. 3 Satz 1 „die Anforderungen des öffentlichen Baurechts ebenso wie genehmigungsbedürftige Baumaßnahmen erfüllen“; Satz 2 lässt die Genehmigungsvorbehalte anderer Vorschriften unberührt, „namentlich im Niedersächsischen Denkmalschutzgesetz und im städtebaulichen Planungsrecht“. § 29 Abs. 2 BauGB spiegelt es von der anderen Seite: Das Bauordnungsrecht bleibt unberührt. Beide Gesetze gelten also nebeneinander, und das Eigentum am Grundstück beantwortet keine der beiden Fragen. Welche Verfahrensgrenzen Niedersachsen führt, zeigt die Landesseite Niedersachsen; welche Festsetzungen Ihr Plan trifft, erklärt Bebauungsplan lesen.

Nur eines der beiden Wörter steht im Gesetz

Wer die Einordnung nachlesen will, sucht zuerst nach einer Definition des Innenbereichs. Die Vorschrift, die ihn regelt, verwendet das Wort nicht einmal. § 34 BauGB trägt die amtliche Überschrift „Zulässigkeit von Vorhaben innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile“, und das Wort „Innenbereich“ kommt in der Vorschrift nicht vor — weder in der Überschrift noch in einem ihrer acht Absätze (1, 2, 3, 3a, 3b, 4, 5 und 6). § 35 BauGB heißt amtlich „Bauen im Außenbereich“, und § 34 Abs. 4 Nr. 2 und 3 verwenden denselben Begriff. Nachgelesen am amtlichen Volltext auf gesetze-im-internet.de am 4. November 2026; geltend ist das Baugesetzbuch in der Fassung der Bekanntmachung vom 3. November 2017, zuletzt geändert durch Artikel 8 Absatz 2 des Gesetzes vom 23. Juli 2026.

Die Freistellungskataloge der Länder halten es mit einer Ausnahme genauso. Von deren Klauseln, die dieser Datensatz im Wortlaut führt, nennen allein die baden-württembergischen den Innenbereich: Anhang 1 Nr. 1 Buchst. a der LBO stellt Gebäude ohne Aufenthaltsräume „im Innenbereich bis 40 m³, im Außenbereich bis 20 m³ Brutto-Rauminhalt“ frei, Nr. 1 Buchst. l „Terrassen und Terrassenüberdachungen im Innenbereich bis 30 m² Grundfläche“ und Nr. 7 Buchst. a „Einfriedungen im Innenbereich“. Die übrigen Länder kommen ohne das Wort aus. Wo sie den Außenbereich ausnehmen, tun sie es von der anderen Seite, meist mit den Worten „außer im Außenbereich“ — und einzelne Katalogpositionen schweigen zur Lage ganz.

Das ist keine Wortklauberei, sondern der Grund, warum die Frage so schwer zu beantworten ist. Das Gesetz benennt nur eine der beiden Lagen, und es bestimmt sie negativ: Außenbereich ist, was weder unter § 30 noch unter § 34 BauGB fällt. Das Bundesverwaltungsgericht zieht die Folge ausdrücklich. Zu fragen ist, „ob sich tragfähige Argumente dafür finden lassen, mit denen sich die Anwendbarkeit der Vorschriften über den unbeplanten Innenbereich rechtfertigen lässt. Fehlt es hieran, so liegt — deshalb — Außenbereich vor“ (BVerwG, Beschluss vom 8. Oktober 2015 – 4 B 28.15, Rn. 6, ECLI:DE:BVerwG:2015:081015B4B28.15.0).

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Wie die Zuordnung wirklich funktioniert

Der Innenbereich endet nicht an der Ortstafel und nicht am Ende der letzten Straßenlaterne. Maßgeblich ist der Eindruck der Geschlossenheit: Gehört das Grundstück nach der tatsächlichen Bebauung noch zum Ortsteil, oder liegt es davor?

Daraus folgen Ergebnisse, die viele überraschen:

  • Der letzte Bauplatz am Ortsrand kann bereits Außenbereich sein, obwohl das Nachbarhaus fünfzehn Meter entfernt steht.
  • Eine Baulücke innerhalb einer geschlossenen Bebauung ist Innenbereich, auch wenn sie groß ist.
  • Ein Wochenendgrundstück in einer Siedlung aus Wochenendhäusern ist häufig Außenbereich, weil eine Wochenendhaussiedlung kein Ortsteil im Sinne des § 34 BauGB sein muss.
  • Ein Waldrand kann die Grenze markieren, muss es aber nicht: Dass dies „immer oder regelmäßig so sein müsse“, trifft nach dem Bundesverwaltungsgericht nicht zu. „Bloße Baumreihen oder Hecken“ sind umgekehrt „nicht geeignet“, eine Fläche dem Zusammenhang zuzuordnen — „selbst wenn sie optisch markant in Erscheinung treten“ (Beschluss vom 8. Oktober 2015 – 4 B 28.15, Rn. 7).

So finden Sie heraus, wo Ihr Grundstück liegt

Beweisen lässt sich die Einordnung am Schreibtisch nicht. Einengen schon, in vier Schritten.

  1. Fragen Sie die Gemeinde nach dem Bebauungsplan. Ein in Kraft getretener Plan ist nach § 10 Abs. 3 Satz 2 BauGB „zu jedermanns Einsicht bereitzuhalten“; über den Inhalt ist auf Verlangen Auskunft zu geben. § 10a Abs. 2 BauGB sagt nur, der Plan solle zusätzlich über ein zentrales Internetportal des Landes zugänglich sein; im Geoportal nichts zu finden, beweist daher nichts. Die Wege dorthin beschreibt Bebauungsplan lesen.
  2. Prüfen Sie, ob der Plan qualifiziert ist. § 30 Abs. 1 BauGB verlangt vier Festsetzungen gleichzeitig: Art und Maß der baulichen Nutzung, die überbaubaren Grundstücksflächen und die örtlichen Verkehrsflächen. Fehlt eine davon, ist es ein einfacher Bebauungsplan; § 30 Abs. 3 BauGB verweist dann „im Übrigen“ zurück auf § 34 oder § 35.
  3. Fragen Sie, ob eine Satzung nach § 34 Abs. 4 BauGB gilt. Die Gemeinde darf unter engen Voraussetzungen die Grenze des Ortsteils festlegen, bebaute Bereiche im Außenbereich zu Ortsteilen erklären oder einzelne Außenbereichsflächen einbeziehen. In deren Geltungsbereich gilt § 34 Abs. 1 BauGB, auch wenn das Grundstück weiter im Außenbereich liegt (Hauth, Vom Bauleitplan zur Baugenehmigung, 2022, S. 84).
  4. Erst danach kommt der Zusammenhang. Ohne Plan und Satzung entscheidet die vorhandene Bebauung.

Der Flächennutzungsplan hilft nicht, obwohl er in Kartenportalen am leichtesten zu finden ist: Für den Bebauungszusammenhang kann er „denknotwendig keine Aussagekraft“ haben (Hauth 2022, S. 74).

Welche Bauwerke den Zusammenhang bilden — und welche nicht

Die häufigste Fehlannahme am Ortsrand ist, dass jedes Bauwerk in der Nachbarschaft mitzählt. Das trifft nicht zu. Zur Bebauung im Sinne des § 34 Abs. 1 Satz 1 BauGB gehören „in der Regel nur bauliche Anlagen, die geeignet sind, dem Gebiet ein bestimmtes städtebauliches Gepräge zu verleihen“, und dazu zählen „grundsätzlich nur Bauwerke, die dem ständigen Aufenthalt von Menschen dienen“ (BVerwG, Beschluss vom 2. April 2007 – 4 B 7.07, Absatz 5 der Gründe, ECLI:DE:BVerwG:2007:020407B4B7.07.0, unter Verweis auf den Beschluss vom 2. März 2000 – 4 B 15.00).

Daraus folgt etwas für genau die Vorhaben, um die es hier geht. Ein Geräteschuppen, eine Garage, ein Gewächshaus oder ein Gartenhaus dient nicht dem ständigen Aufenthalt von Menschen. Solche Bauwerke bilden deshalb in der Regel keinen Bebauungszusammenhang: Die Schuppen der Nachbarn machen ein Grundstück nicht zum Innenbereich, und das geplante Gartenhaus erst recht nicht.

Davon zu trennen ist der bauordnungsrechtliche Aufenthaltsraum. Er knüpft an den nicht nur vorübergehenden Aufenthalt an und entscheidet in mehreren Ländern darüber, ob die Gartenhauszeile des Freistellungskatalogs noch greift; welche Kataloge ihn nennen und an welcher Stelle, zählt Aufenthaltsraum im Gartenhaus aus. Es sind zwei verschiedene Maßstäbe in zwei verschiedenen Gesetzen: Der eine entscheidet über das Verfahren, der andere über die Lage. Ein Gartenhaus mit Aufenthaltsraum verliert dort die Verfahrensfreiheit, prägt aber deshalb noch keinen Bebauungszusammenhang.

Betriebsgebäude sind davon nicht ausgenommen, aber auch nicht von selbst erfasst: Zur Bebauung „können auch landwirtschaftlichen oder erwerbsgärtnerischen Zwecken dienende Betriebsgebäude gehören“ (ebenda). Ob eine Scheune oder ein Stall den Zusammenhang prägt, ist damit eine Frage des Einzelfalls und nicht der Gebäudeart.

Zwei weitere Maßstäbe derselben Entscheidung räumen verbreitete Annahmen ab. Es kommt „auf die tatsächlich vorhandene Bebauung an. Die Gründe für ihre Genehmigung sind unerheblich.“ Und: „Auch Gebäude, die nach § 35 Abs. 1 Nr. 1 BauGB im Außenbereich privilegiert sind, können zur Entwicklung eines im Zusammenhang bebauten Ortsteils beitragen“ (Absatz 4 der Gründe). Ein privilegierter Hof am Ortsrand beweist also nicht, dass dort Außenbereich ist.

Was der Ortsteil selbst voraussetzt, hat dieselbe Entscheidung in einem Satz: „Ortsteil i.S.v. § 34 Abs. 1 Satz 1 BauGB ist jeder Bebauungskomplex im Gebiet einer Gemeinde, der nach der Zahl der vorhandenen Bauten ein gewisses Gewicht besitzt und Ausdruck einer organischen Siedlungsstruktur ist“ (Absatz 4 der Gründe, unter Verweis auf das Urteil vom 6. November 1968 – 4 C 31.66, BVerwGE 31, 22, dort S. 26 f.). Zwei Hürden also, nicht eine: Gewicht und Siedlungsstruktur. Eine Reihe von Wochenendhäusern kann an der zweiten scheitern.

Das letzte Grundstück am Ortsrand

Hier entsteht der Streit am häufigsten. Die Rechtsprechung gibt eine Richtung, keine Formel.

Die Regel ist knapp: „Der Bebauungszusammenhang endet regelmäßig am letzten Baukörper“ (BVerwG, Beschluss vom 8. Oktober 2015 – 4 B 28.15, Rn. 6). Die Ausnahme ist eng gefasst. „Örtliche Besonderheiten können es im Einzelfall aber ausnahmsweise rechtfertigen, ihm noch bis zu einem Geländehindernis, einer Erhebung oder einem Einschnitt (Damm, Böschung, Fluss, Waldrand o.ä.) ein oder mehrere Grundstücke zuzuordnen, die unbebaut sind oder trotz des Vorhandenseins von Baulichkeiten sonst nicht zur Prägung der Siedlungsstruktur beitragen“ — vorausgesetzt, diese Umstände vermitteln den Eindruck der Geschlossenheit. Eine Straße steht nicht in dieser Aufzählung; welche Bedeutung Straßen und Wegen für die Abgrenzung zukommt, ergibt sich nach dem Gericht „ebenfalls nur aus einer Bewertung der tatsächlichen Gegebenheiten“ (Beschluss vom 2. April 2007 – 4 B 7.07, Absatz 5 der Gründe).

Die Grundstücksgrenze trägt die Abgrenzung in keine Richtung. „Ebenso wie ein Bebauungszusammenhang nicht unmittelbar mit dem letzten Baukörper zu enden braucht, verbietet sich umgekehrt die Annahme, dass notwendigerweise das letzte Grundstück in seinem gesamten Umfang vom Zusammenhang erfasst wird“ (4 B 28.15, Rn. 6). Ein einziges Grundstück kann also zum Teil Innenbereich und zum Teil Außenbereich sein — und damit der Standort des Gartenhauses über die Einordnung entscheiden, nicht die Adresse.

Wie weit der Zusammenhang reicht, „kann daher stets nur das Ergebnis einer Bewertung des konkreten Sachverhalts sein“ (ebenda). Zu berücksichtigen sind dabei „nur äußerlich erkennbare Umstände, d.h. mit dem Auge wahrnehmbare Gegebenheiten der vorhandenen Bebauung und der übrigen Geländeverhältnisse“ (Rn. 5). Wie eng die Bauten aufeinanderfolgen müssen, ist „nicht nach geografisch-mathematischen Maßstäben, sondern auf Grund einer umfassenden Bewertung des im Einzelfall vorliegenden konkreten Sachverhalts zu entscheiden“ (4 B 7.07, Absatz 5 der Gründe). Diese Wertung verlangt Feststellungen vor Ort: Im Fall von 2007 hatte das Berufungsgericht seinen Eindruck durch eine Augenscheinseinnahme gewonnen, also durch einen Ortstermin.

Beide Beschlüsse sind für diesen Beitrag im amtlichen Volltext auf bverwg.de gelesen worden. Die dort zitierten älteren Entscheidungen — etwa das Urteil vom 6. November 1968 – 4 C 2.66 (BVerwGE 31, 20) und der Beschluss vom 18. Dezember 1987 – 4 B 249.87 — sind nur über diese Zitate nachgewiesen, nicht selbst nachgelesen.

Warum § 35 BauGB ein Gartenhaus fast immer ausschließt

§ 35 Abs. 1 BauGB führt zwölf Nummern privilegierter Vorhaben: land- und forstwirtschaftliche Betriebe (Nr. 1), Betriebe der gartenbaulichen Erzeugung (Nr. 2), die öffentliche Ver- und Entsorgung sowie ortsgebundene gewerbliche Betriebe (Nr. 3), Vorhaben, die wegen ihrer besonderen Anforderungen an die Umgebung, ihrer nachteiligen Wirkung auf sie oder ihrer besonderen Zweckbestimmung nur im Außenbereich ausgeführt werden sollen (Nr. 4), Wind-, Geothermie- und Wasserenergie (Nr. 5), Biomasse (Nr. 6), Kernenergie (Nr. 7), solare Strahlungsenergie (Nr. 8 und 9), untertägige Wärmespeicher (Nr. 10) und Batteriespeicher (Nr. 11 und 12). Die Hobbynutzung eines Gartengrundstücks steht in keiner dieser Nummern. Stand des abgerufenen Volltextes: 4. November 2026.

An Nr. 1 und Nr. 2 hängen die beiden Fälle, in denen der Außenbereich überhaupt gebaut werden darf und die hier eigene Beiträge haben. Ob ein Weideunterstand einem landwirtschaftlichen Betrieb im Sinne der Nr. 1 dient, entscheidet über das ganze Vorhaben — das behandelt Tierunterstand im Außenbereich. Nr. 2 betrifft den Erwerbsgartenbau; was ein Betrieb der gartenbaulichen Erzeugung voraussetzt, steht unter Gewächshaus und Folientunnel im gewerblichen Gartenbau. Wer keinen solchen Betrieb führt, kommt über Absatz 1 nicht hinein.

Für alles andere gilt Absatz 2, und er ist anders gebaut als Absatz 1. Ein privilegiertes Vorhaben ist nach Absatz 1 „nur zulässig, wenn öffentliche Belange nicht entgegenstehen, die ausreichende Erschließung gesichert ist“ und es unter eine der zwölf Nummern fällt. Ein sonstiges Vorhaben dagegen „kann im Einzelfall zugelassen werden, wenn seine Ausführung oder Benutzung öffentliche Belange nicht beeinträchtigt und die Erschließung gesichert ist“. Einmal ein Ist-Satz, einmal ein Kann-Satz, und zwei verschiedene Verben: entgegenstehen und beeinträchtigen. Welches Gewicht die Rechtsprechung dem Unterschied beider Verben beimisst, habe ich für diesen Beitrag nicht geprüft; festzuhalten ist der Wortlaut.

Wann eine Beeinträchtigung vorliegt, sagt Absatz 3 Satz 1 — „insbesondere“ in acht Nummern. Für ein Gartenhaus kommen vor allem drei in Betracht: Nr. 1, wenn das Vorhaben „den Darstellungen des Flächennutzungsplans widerspricht“; Nr. 5, wenn es „die natürliche Eigenart der Landschaft und ihren Erholungswert beeinträchtigt oder das Orts- und Landschaftsbild verunstaltet“; und Nr. 7, wenn es „die Entstehung, Verfestigung oder Erweiterung einer Splittersiedlung befürchten lässt“. Splittersiedlung ist das Wort, das an dieser Stelle im Gesetz steht; geläufiger ist dafür „Zersiedelung“.

Der Flächennutzungsplan kehrt hier also wieder — aber an der zweiten Stelle, nicht an der ersten. Für die Frage, wo das Grundstück liegt, sagt er nichts; für die Frage, ob dort gebaut werden darf, ist sein Widerspruch eine eigene Nummer.

Dass es klein ist, hilft nicht. Dass daneben schon eines steht, hilft ebenfalls nicht: Ein rechtswidriger Bestand begründet keinen Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht.

Welche Vorhabenart im Außenbereich eine eigene Schwelle hat

Eine einzige. Nur die Katalogposition für Gebäude ohne Aufenthaltsräume nennt eine zweite, kleinere Zahl für den Außenbereich — von ihr leben Gartenhaus, Gerätehaus und sonstige Nebenanlage gemeinsam.

Tabelle mit den Spalten Vorhabenart, Innenbereich und Eigene Schwelle im Außenbereich.
VorhabenartInnenbereichEigene Schwelle im Außenbereich
Gartenhaus, Gerätehaus, Nebenanlage10 bis 40 m² oder 30 bis 75 m³ RauminhaltBaden-Württemberg und Bayern 20 m³, Niedersachsen 40 m³, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein 10 m³
Garage, Carport36 bis 60 m²keine
Terrassenüberdachungmeist 30 m²keine
Wintergarten20 bis 30 m², in Rheinland-Pfalz 50 m³; nur in sieben Ländern im Katalogkeine
Schwimmbeckenmeist 100 m³ Beckeninhaltkeine Zahl, aber in drei Ländern eine Bedingung
Einfriedungmeist 2 m Höhekeine

„Keine“ heißt: keine eigene Zahl — nicht, dass dort immer ein Verfahren stattfindet. Manche Länder nennen den Außenbereich in einzelnen Positionen nicht, andere knüpfen ihn an Bedingungen. Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein lassen das Schwimmbecken dort nur als Nebenanlage eines höchstens 50 m entfernten Gebäudes mit Aufenthaltsräumen zu. Welche Zeile für Ihr Land gilt, steht beim Gartenhaus.

Wie Sie es verbindlich klären

Es gibt genau einen belastbaren Weg: die Bauvoranfrage. Der darauf ergehende Bauvorbescheid ist ein Verwaltungsakt, bindet die Behörde in der Regel drei Jahre und ist anfechtbar.

Nicht belastbar sind:

  • eine telefonische Auskunft der Gemeinde
  • die Aussage des Verkäufers oder des Gartenhausherstellers
  • ein Blick in ein Kartenportal
  • der Umstand, dass die Nachbarn gebaut haben

Wenn Sie es nicht wissen

Der Genehmigungscheck kennt die Option „Weiß ich nicht“ und gibt in diesem Fall bewusst kein abschließendes Ergebnis aus. Ein Ergebnis, das eine Annahme über die Lage trifft, wäre schlechter als keines.

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Häufige Fragen

Wie erkenne ich, ob mein Grundstück im Innenbereich liegt?

Ein Grundstück liegt im Innenbereich, wenn es Teil einer zusammenhängenden Bebauung ist. Entscheidend ist der tatsächliche Eindruck der Geschlossenheit, nicht die Entfernung zum Nachbarhaus. Der letzte Bauplatz am Ortsrand kann bereits Außenbereich sein. Verbindlich klärt das die Gemeinde.

Was ist im Außenbereich überhaupt zulässig?

Nur privilegierte Vorhaben nach § 35 Abs. 1 BauGB: land- und forstwirtschaftliche Betriebe, ortsgebundene gewerbliche Betriebe, bestimmte Ver- und Entsorgungsanlagen. Die Hobbynutzung eines Wochenendgrundstücks gehört nicht dazu, auch nicht bei kleiner Größe.

Sagt der Flächennutzungsplan, ob mein Grundstück im Außenbereich liegt?

Nein. Für den Bebauungszusammenhang kann der Flächennutzungsplan denknotwendig keine Aussagekraft haben, weil sich die Abgrenzung allein aus der tatsächlich vorhandenen Bebauung ableitet (Hauth, Vom Bauleitplan zur Baugenehmigung, 2022, S. 74). Maßgeblich sind §§ 34 und 35 BauGB, nicht die Darstellung im Flächennutzungsplan.

Kann die Gemeinde ein Außenbereichsgrundstück dem Innenbereich zuordnen?

Ja, durch Satzung nach § 34 Abs. 4 BauGB: Die Gemeinde darf die Grenzen des im Zusammenhang bebauten Ortsteils festlegen, bebaute Bereiche im Außenbereich zu Ortsteilen erklären oder einzelne Außenbereichsflächen einbeziehen. In deren Geltungsbereich beurteilt sich die Zulässigkeit nach § 34 Abs. 1 BauGB, auch wenn das Grundstück weiter im Außenbereich liegt. Fragen Sie danach ausdrücklich.

Quellen und Fundstellen

Jede Angabe in diesem Beitrag steht auf einer der folgenden Vorschriften. Die Links führen an die amtliche Fassung, nicht an eine Zusammenfassung.

Rechtsgrundlage dieses Beitrags

§§ 30, 34, 35 BauGB

Bundesrecht

  1. Baugesetzbuch (BauGB) (öffnet in neuem Tab)

    Regelt in §§ 30, 34 und 35 die Zuordnung eines Grundstücks zum Innen- oder Außenbereich — die Vorfrage jeder Verfahrensfreiheit.

LandesrechtDie 16 Landesbauordnungen im Wortlaut

Prüfdatum und Prüfstand jeder einzelnen Zeile stehen in der Quellenübersicht, jede inhaltliche Korrektur mit Datum und Begründung im Änderungsprotokoll.

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