Die Begriffe, auf die es ankommt — jeweils mit der Fundstelle, aus der sie stammen, und einem Rechenbeispiel. Jeder Beitrag führt am Ende zurück in den Genehmigungscheck, mit dem besprochenen Fall bereits eingestellt.
Rechtsstand: 08.10.2026·56 Beiträge·495 Minuten Lesezeit insgesamt
Verfahrensfrei heißt: kein Bauantrag. Es heißt nicht: keine Vorschriften. Wer das verwechselt, baut legal ein illegales Gartenhaus.
5 Min.·Stand ·§ 61 MBO und die entsprechenden Landesvorschriften
Verfahrensfrei ist der Begriff der Landesbauordnungen: Es findet kein bauaufsichtliches Verfahren statt. Genehmigungsfrei ist die umgangssprachliche Entsprechung. Beide bedeuten nicht, dass die Bauvorschriften nicht gelten — Abstandsflächen, Bebauungsplan, Denkmal- und Naturschutz gelten unverändert. Nur geprüft wird nichts.
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Die Landesbauordnungen fragen nach Kubikmetern. Wie Sie von den Außenmaßen zu genau der Zahl kommen, die das Gesetz meint.
3 Min.·Stand ·Ermittlungsmethode nach DIN 277-1
Koeffizient mal maßgebliche Wandhöhe, mindestens jedoch das gesetzliche Mindestmaß — und der größere Wert gilt. Alle sechzehn Länder rechnen mit 0,4. Das Mindestmaß beträgt 3,00 m, in Baden-Württemberg, Hamburg und Hessen 2,50 m.
Ein Schreibtisch macht aus dem Schuppen ein Büro — und aus dem verfahrensfreien Vorhaben ein genehmigungspflichtiges.
3 Min.·Stand ·§ 2 Abs. 5 MBO und die entsprechenden Landesvorschriften
Die Bauaufsichtsbehörde kann Bauarbeiten einstellen, die Nutzung untersagen und als schwersten Schritt die Beseitigung anordnen. Dazu kommt eine Geldbuße; ihr Höchstbetrag liegt je nach Land zwischen 50 000 und 500 000 Euro. Ein Schwarzbau wird durch Zeitablauf nicht legal. Ein nachträglicher Bauantrag führt nur zur Genehmigung, wenn das Vorhaben materiell zulässig ist.
Was die Bauaufsicht bei einem Schwarzbau anordnen darf, welche Bußgeld-Höchstbeträge die 16 Länder nennen — und warum Zeit ihn nicht legalisiert.
8 Min.·Stand ·§§ 79 bis 84 MBO, §§ 17, 31 OWiG, § 28 VwVfG und die Bauordnungen der Länder
Lageplan 1:500 mit eingetragenem Vorhaben, Bauzeichnungen 1:100 mit Grundriss, Ansichten und Schnitt, Baubeschreibung, Nachweis der Abstandsflächen und die Berechnung des Brutto-Rauminhalts. Der Antrag muss von einem bauvorlageberechtigten Entwurfsverfasser unterschrieben sein.
Lageplan, Bauzeichnungen, Baubeschreibung, Abstandsflächennachweis — und wer unterschreiben muss.
3 Min.·Stand ·Bauvorlagenverordnungen der Länder
Wenn unklar ist, ob das Grundstück im Innen- oder Außenbereich liegt oder ob eine Nebenanlage an der geplanten Stelle zulässig ist. Der Bauvorbescheid ist ein Verwaltungsakt, bindet die Behörde in der Regel drei Jahre und kostet deutlich weniger als eine vollständige Baugenehmigung.
Die Abstandsfläche rechnet mit der Wandhöhe, die Grenzbebauung mit der mittleren Wandhöhe, der Rauminhalt mit beiden. Wie Sie alle drei richtig messen.
6 Min.·Stand ·§ 6 Abs. 4 MBO und die entsprechenden Landesvorschriften
Der verbreitetste Irrtum in dieser Frage — und die vier Stellen, an denen das Fundament tatsächlich etwas ändert.
4 Min.·Stand ·§ 2 Abs. 1 MBO und die Freistellungskataloge der Länder
Ja, und bei bloß fehlender Genehmigung ist das der geordnete Weg. Erfolg hat der Antrag aber nur, wenn das Vorhaben materiell zulässig ist — wenn es also genehmigt worden wäre. Verstößt es gegen Abstandsflächen, Bebauungsplan oder § 35 BauGB, heilt der Antrag nichts.
Formell oder materiell illegal: Daran entscheidet sich, ob der nachträgliche Antrag zur Genehmigung führt oder nur den Verstoß aktenkundig macht.
6 Min.·Stand ·§§ 80, 84 MBO und die Verfahrensvorschriften der Länder
Fast alle Gebührenordnungen rechnen gleich: Rohbauwert mal Gebührensatz, mindestens eine Mindestgebühr. Der Rohbauwert ergibt sich aus Kubikmetern mal einem Wert je Kubikmeter, der von der Bauweise abhängt. Die reine Verwaltungsgebühr ist bei einem Gartenhaus selten der größte Posten — das Honorar des Entwurfsverfassers übersteigt sie regelmäßig.
Die Bemessungsgrundlage der Gebührenordnungen, zwei Rechenbeispiele und die drei Gründe, aus denen Verfahren sich verzögern.
5 Min.·Stand ·Gebührenordnungen der Länder und kommunale Gebührensatzungen
Die Bauherrin oder der Bauherr — also Sie. Der Antrag muss aber zusätzlich von einer bauvorlageberechtigten Person unterschrieben sein, in der Regel einer Architektin oder einem Bauingenieur. Mehrere Länder erleichtern das für kleine Nebengebäude. Für eine bloße Anfrage nach der Verfahrensfreiheit braucht es niemanden.
Warum Verfahrensfreiheit hier nichts hilft, wann der Umgebungsschutz greift und wo die Schutzgebietsverordnung steht.
5 Min.·Stand ·Denkmalschutzgesetze der Länder, §§ 23, 26 BNatSchG
Nur, wenn die Abstandsfläche auf das Nachbargrundstück reicht. Halten Sie sie ein oder greift die privilegierte Grenzbebauung, ist die Zustimmung rechtlich bedeutungslos. Reicht sie hinüber, verlangen fünfzehn Länder eine Baulast; Bayern lässt die schriftliche Zustimmung gegenüber der Bauaufsichtsbehörde genügen.
Wann Sie die Zustimmung des Nachbarn wirklich brauchen, welche Form sie haben muss und was das Nachbarrechtsgesetz daneben regelt.
7 Min.·Stand ·§ 6 Abs. 2 und § 83 MBO sowie Art. 6 Abs. 2 Satz 3 BayBO
Zuerst die Einheit des eigenen Landes klären — elf Länder messen Kubikmeter, fünf Quadratmeter. Dann die zulässige Hülle ausrechnen und erst danach ein Katalogmaß suchen. Bei Kubikmeterschwellen sind Grundfläche und mittlere Höhe zwei getrennte Stellschrauben; 20 cm Traufhöhe entscheiden regelmäßig über die Genehmigungspflicht.
Ein Segel, das schattet, ist eine unbedeutende Anlage. Ein Segel, das Stellplätze überdacht, ist ein Carport — auch aus Gewebe.
7 Min.·Stand ·§ 2 Abs. 1 und § 76 Abs. 1 MBO, Freistellungskataloge der Länder
Seit dem 1. Januar 2025 bei der Bauaufsichtsbehörde, nicht mehr bei der Gemeinde (Art. 64 Abs. 1 Satz 1 BayBO). Die Genehmigungsfreistellung ist davon unberührt: Ihre Unterlagen gehen weiterhin an die Gemeinde (Art. 58 Abs. 2 Satz 1 BayBO). Zwei Verfahren, zwei verschiedene Stellen.
In der Regel keine, aber selten über die Zeile, die „Gewächshäuser“ heißt: Fünfzehn Landesbauordnungen binden sie an einen land-, forst- oder gartenbaulichen Betrieb. Für das private Gewächshaus gilt die allgemeine Gebäudezeile des Katalogs — in Bayern 75 m³ Brutto-Rauminhalt, in Berlin 10 m² Grundfläche, im Außenbereich in aller Regel gar keine Freistellung.
Die Gewächshaus-Zeile im Gesetz gilt fast überall nur Betrieben. Für das private Gewächshaus zählt die allgemeine Gebäudezeile des Katalogs.
8 Min.·Stand ·Art. 57 Abs. 1 Nr. 1 BayBO, § 61 Abs. 2 Nr. 1 BbgBO, § 61 Abs. 1 Nr. 1 SächsBO, Anlage zu § 63 HBO sowie §§ 29, 35 BauGB
Das hängt davon ab, ob er nach der Bauart ein Gebäude ist. Vier Länder — Hessen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen — kennen dafür die Kategorie „künstlicher Hohlraum“, die übrigen zwölf nicht. Entscheidend ist, ob der Keller betreten werden kann: Danach richtet sich, welche Zeile des Freistellungskatalogs überhaupt greift.
„Erdkeller“ steht in keiner Landesbauordnung. Vier Länder regeln den künstlichen Hohlraum, zwölf nicht — entscheidend ist, ob er ein Gebäude ist.
7 Min.·Stand ·Anlage zu § 63 HBO, Anhang zu § 60 NBauO, § 61 Abs. 1 Nr. 15 LBO Schleswig-Holstein, §§ 2, 63 ThürBO sowie § 2 MBO
Bauordnungsrechtlich ist er nur verfahrensfrei, wenn er einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb dient — dieselbe Bedingung, die auch die Zulässigkeit nach § 35 Abs. 1 Nr. 1 BauGB voraussetzt. Ohne Betrieb ist er ein sonstiges Vorhaben nach § 35 Abs. 2 BauGB, dessen Zulassung die Rechtsprechung als absolute Ausnahme beschreibt.
Ohne einen echten land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb hilft keine Freistellung — dann entscheidet § 35 BauGB, und Zulassung bleibt die Ausnahme.
7 Min.·Stand ·§ 35 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2 und Abs. 3 sowie § 201 BauGB
Es gibt zwei Wege: Entweder hält das Gartenhaus die gesetzliche Abstandsfläche ein — je nach Bundesland 2,50 oder 3,00 m, mindestens das 0,4-Fache der Wandhöhe — oder es erfüllt die drei Bedingungen der privilegierten Grenzbebauung und darf dann ganz ohne Abstand direkt auf der Grenze stehen.
Drei Meter Abstand oder direkt an die Grenze — welcher Weg gilt, entscheiden drei nachprüfbare Bedingungen, nicht der Wunsch des Bauherrn.
10 Min.·Stand ·§ 6 Abs. 5 und Abs. 8 MBO und die entsprechenden Landesvorschriften
Ein fehlendes Fundament ändert daran nichts. § 2 Abs. 1 Satz 2 MBO stellt das Eigengewicht und die überwiegend ortsfeste Zweckbestimmung der festen Verbindung mit dem Boden ausdrücklich gleich — ein Wohncontainer erfüllt in der Regel beide. Er ist damit eine bauliche Anlage. Eine eigene Freistellung kennt ohnehin keine der 16 Landesbauordnungen; enthält er Aufenthaltsräume, verschärft sich der Befund zusätzlich.
„Ohne Fundament brauche ich nichts" ist der häufigste Irrtum zum Wohncontainer. § 2 Abs. 1 Satz 2 MBO widerlegt ihn wörtlich.
4 Min.·Stand ·§ 2 Abs. 1 Satz 2 MBO und die entsprechenden Landesvorschriften
In den meisten Ländern nicht, wenn er ohne Aufenthaltsraum, Toilette und Feuerstätte auskommt und eine Landesschwelle zwischen 10 m² Grundfläche und 75 m³ Brutto-Rauminhalt einhält. Eine eigene Position für den Geräteschuppen kennt keine der 16 Landesbauordnungen; maßgeblich ist überall dieselbe Zeile wie beim Gartenhaus.
Ein Geräteschuppen wird in Quadratmetern verkauft, das Gesetz misst in elf von sechzehn Ländern in Kubikmetern — die Umrechnung ist der Inhalt.
8 Min.·Stand ·§ 2 Abs. 5 MBO, § 3 Abs. 2 BKleingG und die Freistellungskataloge der 16 Landesbauordnungen
Bauordnungsrechtlich meist nicht: Dreizehn der sechzehn Landesbauordnungen stellen den Bienenfreistand ohne Bedingung an einen Betrieb frei. Im Außenbereich entscheidet zusätzlich § 35 BauGB — und der privilegiert nach § 201 BauGB nur die berufsmäßige Imkerei. Eine Hobby-Imkerei bleibt dort ein sonstiges Vorhaben, dessen Zulassung die Ausnahme ist.
Ein Bienenfreistand ist meist ohne Betrieb verfahrensfrei — im Außenbereich zählt nach § 201 BauGB trotzdem nur die berufsmäßige Imkerei.
6 Min.·Stand ·§ 62 Abs. 1 Nr. 15 Buchst. f BauO NRW; § 35 Abs. 1 Nr. 1 und § 201 BauGB
Seit dem BauCode NRW (1. September 2026) meist nicht mehr: § 63 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 BauO NRW stellt die Nutzungsänderung von Dachgeschossen zu Wohnzwecken einschließlich Dachgauben im unbeplanten Innenbereich (§ 34 BauGB) genehmigungsfrei — sofern die Erschließung gesichert ist, es kein Sonderbau ist und die Gemeinde nicht innerhalb eines Monats widerspricht.
In mindestens acht Bundesländern ja, aber nur unter engen Bedingungen: Frist und Anwendungsbereich unterscheiden sich von Land zu Land, von zwei Monaten in Hamburg bis zu drei in Sachsen, Brandenburg und Thüringen. Niedersachsens Regelung gilt zudem nur befristet und läuft 2027 aus.
Acht Länder verglichen: Fristen von zwei bis drei Monaten, eine Vorschrift, die 2027 ausläuft — und ein Land ohne bestätigte Frist.
11 Min.·Stand ·§ 70a NBauO, Art. 68 Abs. 2 BayBO, § 69 Abs. 4 f. SächsBO, § 63 Abs. 4 BbgBO u. a.
Nein, aber die meisten sind es. Bauplanungsrechtlich genehmigungspflichtig wird sie, sobald die Variationsbreite der bisherigen Nutzung verlassen wird (§ 29 Abs. 1 BauGB, ständige BVerwG-Rechtsprechung seit 1990); bauordnungsrechtlich, sobald für die neue Nutzung andere oder weitergehende Anforderungen in Betracht kommen als für die bisherige. Beide Prüfungen laufen unabhängig voneinander.
Entscheidend ist nicht der Umbau, sondern die Variationsbreite und ob andere Anforderungen entstehen — mit BVerwG-Rechtsprechung und einem NRW-Beispiel.
Das entscheidet zuerst der Ofen, nicht die Größe. Ein holzbefeuerter Saunaofen gilt als Feuerstätte und beendet die Verfahrensfreiheit in zwölf der sechzehn Länder unabhängig vom Rauminhalt. Ein Elektroofen erzeugt keine Wärme durch Verbrennung und ist damit keine Feuerstätte — dort entscheidet dann die übliche Landesschwelle zwischen 10 m² und 75 m³.
Ein holzbefeuerter Saunaofen gilt als Feuerstätte und beendet die Freistellung meist unabhängig von der Größe. Ein Elektroofen ist ein anderer Fall.
7 Min.·Stand ·§ 2 Abs. 9 und § 62 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a BauO NRW sowie die gleichlautenden Freistellungskataloge der Länder
Die Kurzformel: Auslauf frei, mobiler Betriebsstall unter Bedingungen frei, fester Stall nicht. Nordrhein-Westfalen lässt einen mobilen Geflügelstall zur Freilandhaltung verfahrensfrei, wenn er einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb dient, höchstens 800 Tiere hält und spätestens nach vier Wochen den Standort wechselt (§ 62 Abs. 1 Nr. 13 Buchst. g BauO NRW) – andere Länder wie Baden-Württemberg stellen andere Bedingungen.
Auslauf frei, mobiler Betriebsstall unter Bedingungen frei, fester Stall nicht – warum das in NRW keine Novelle 2026 ist, sondern seit 2024 gilt.
8 Min.·Stand ·§ 62 Abs. 1 Nr. 13 Buchst. g, Nr. 1 Buchst. a und Nr. 15 Buchst. e BauO NRW; Anhang 1 Nr. 11 Buchst. j LBO BW
In Nordrhein-Westfalen nach dem Gesetzeswortlaut nicht: § 30 Abs. 10 BauO NRW nimmt Terrassenüberdachungen, Balkone und Altane ausdrücklich von der Pflicht zur Gebäudeabschlusswand aus § 30 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 aus — ohne eigene Bedingung zu Abstand, Größe oder Gebäudeklasse. Die Abstandsfläche nach § 6 BauO NRW bleibt davon unberührt und ist getrennt zu klären.
§ 30 Abs. 10 BauO NRW nimmt Terrassenüberdachungen von der Gebäudeabschlusswand-Pflicht aus. Ein Bauamt verlangt dafür trotzdem eine Abweichung.
10 Min.·Stand ·§ 30 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 und § 30 Abs. 10 BauO NRW
In dreizehn von sechzehn Ländern nennt die Bauordnung Wärmepumpen ausdrücklich: meist bis 2 m Höhe und 3 m Länge je Grundstücksgrenze, ohne eigene Abstandsfläche. In Hessen gilt das „unmittelbar an“ der Grenze oder mit mindestens 1 m Abstand (§ 6 Abs. 10 Satz 1 Nr. 11 HBO). Unabhängig davon gelten die Lärmrichtwerte der TA Lärm am Nachbarfenster.
13 von 16 Ländern regeln Wärmepumpen im Abstandsflächenrecht, meist bis 2 m Höhe und 3 m Länge. Hessen im Wortlaut, alle Länder im Vergleich, TA Lärm.
19 Min.·Stand ·§ 6 Abs. 9 Nr. 4 und Abs. 10 Satz 1 Nr. 11 HBO; § 22 BImSchG; TA Lärm
Nicht zwingend. Verlangt das Planungsrecht die Grenzbebauung, entfällt die Abstandsfläche automatisch. Erlaubt es sie nur, kommt es zusätzlich auf eine Sicherung an, dass die Nachbarseite ebenfalls ohne Grenzabstand baut — wie diese Sicherung aussehen muss, regeln Bayern, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen unterschiedlich.
Ja, wenn jeder seine Hälfte auf dem eigenen Grundstück baut: Dann gilt für beide die Ausnahme für Grenzgaragen, in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen mit höchstens 3 m Höhe und 9 m Länge je Grenze. Ein Dach über der Grenze ist ein Gebäude auf zwei Grundstücken; dafür verlangen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen eine öffentlich-rechtliche Sicherung, für Bayern haben wir keine Vorschrift gefunden.
Doppelcarport auf der Grenze: zwei Carports oder ein Dach über zwei Grundstücken? Was Bayern, NRW, Niedersachsen verlangen und Nachbarn regeln sollten.
Geprüft wird zweimal. Die Solaranlage auf dem Dach ist in allen sechzehn Ländern verfahrensfrei, ohne Flächen- oder Leistungsgrenze. Die Terrassenüberdachung darunter wird nach ihrer eigenen Katalognummer bemessen — meist 30 m², in Niedersachsen 40 m² mit Grenzabstand, in Rheinland-Pfalz 50 m³. Weil Module Fläche brauchen, entscheidet fast immer diese Schwelle.
Die Solaranlage auf dem Dach ist überall verfahrensfrei. Genehmigungspflichtig wird die Terrassenüberdachung darunter — je nach Land.
10 Min.·Stand ·Anhang 1 Nr. 3 Buchst. c zu § 50 Abs. 1 LBO, § 35 Abs. 1 Nr. 8 Buchst. a BauGB
Ja, wo die zuständige Behörde einen Zugang anbietet. In Nordrhein-Westfalen ist der Bauantrag seit dem 1. September 2026 elektronisch einzureichen (§ 70 Abs. 1 BauO NRW), in Baden-Württemberg seit 2025 (§ 53 Abs. 2 LBO), in Niedersachsen nach § 3a NBauO. In Bayern ist die Schriftform Grundregel, in Hessen entscheidet die Behörde.
Fünf Länder am Gesetz geprüft: NRW verlangt den E-Bauantrag seit 1.9.2026, Hessen überlässt es der Behörde, Bayern hat Schriftform als Grundregel.
17 Min.·Stand ·§ 1a OZG; § 70 Abs. 1 der Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen; § 53 Abs. 2 LBO Baden-Württemberg; § 3a Niedersächsische Bauordnung; § 62 Abs. 4 Hessische Bauordnung; Art. 80a Bayerische Bauordnung
Keine der sechzehn Landesbauordnungen kennt eine eigene Pergola-Schwelle, obwohl das Wort selbst in jedem Freistellungskatalog steht. Entscheidend ist die Bauart: Eine offene Pergola bleibt fast überall ohne jede Maßgrenze verfahrensfrei. Mit festem Dach wird sie zur Terrassenüberdachung oder zum gewöhnlichen Gartenhaus — und trägt dann deren Schwellenwert.
Pergola steht in jedem Freistellungskatalog, aber ohne Maßzahl. Offen bleibt sie meist frei, mit festem Dach gilt die Zeile der Terrassenüberdachung.
13 Min.·Stand ·§ 2 Abs. 1 und Abs. 2 Musterbauordnung; OVG Niedersachsen, Beschluss vom 6.3.2006 – 9 LA 365/03
Nur in zwei Bundesländern: Hessen (§ 7 HBO) und Nordrhein-Westfalen (§ 7 BauO NRW) verlangen eine eigene Genehmigung für die Teilung eines bebauten Grundstücks, mit einer Zeugnis-Ausnahme über eine Vermessungsstelle. Baden-Württemberg kennt nur eine Anzeigepflicht. Die übrigen 13 Länder verbieten lediglich rechtswidrige Folgen, ohne ein Genehmigungsverfahren.
Hessen und NRW verlangen eine eigene Teilungsgenehmigung, Baden-Württemberg nur eine Anzeigepflicht — die übrigen 13 Länder keine.
12 Min.·Stand ·§ 7 HBO; § 7 BauO NRW
In der Regel eine bauvorlageberechtigte Person — meist eine Architektin, ein Architekt oder ein eingetragener Bauingenieur (§ 65 MBO). Bayern lässt für kleine Wohngebäude zusätzlich Techniker und Handwerksmeister zu (Art. 61 Abs. 3 BayBO). Nordrhein-Westfalen verlangt bei Terrassenüberdachungen überhaupt niemanden (§ 67 Abs. 2 Nr. 6 BauO NRW).
Architekten und Ingenieure sind die Regel — Bayern lässt für kleine Gebäude Techniker und Handwerksmeister zu, NRW bei Terrassenüberdachungen niemanden.
In der Regel nicht: § 68 Abs. 1 Satz 2 BauO NRW und Art. 62 Abs. 1 Satz 2 BayBO nehmen verfahrensfreie Bauvorhaben von der Pflicht zu bautechnischen Nachweisen ausdrücklich aus. Die Anforderung selbst bleibt — jede bauliche Anlage muss standsicher sein, und die Genehmigungsfreiheit entbindet davon nicht. Nordrhein-Westfalen verlangt außerdem an sechs Stellen seines Freistellungskatalogs eine Bescheinigung, etwa bei Dachgauben, Balkonen und Wärmepumpen.
Der bautechnische Nachweis entfällt bei verfahrensfreien Vorhaben, die Standsicherheit nicht. NRW verlangt an sechs Katalogstellen Bescheinigungen.
11 Min.·Stand ·§ 59 Abs. 2 und § 66 Abs. 1 MBO sowie die Freistellungskataloge der Länder, insbesondere Nordrhein-Westfalen
Maßgeblich ist die Einfriedungs-Position des Freistellungskatalogs, nicht die für Solaranlagen: Vierzehn Länder stellen Einfriedungen bis 2 m Höhe verfahrensfrei, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz innerorts ohne Höhengrenze. Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen nennen die Solarbestückung im Gesetzestext ausdrücklich. Im Außenbereich fällt die Freistellung meist weg.
Ein Solarzaun ist baurechtlich zuerst eine Einfriedung: Es gilt die Höhengrenze Ihres Landes, meist 2 m. Nur NRW und Niedersachsen sagen das im Gesetz.
10 Min.·Stand ·§ 62 Abs. 1 Nr. 7 Buchst. a und Nr. 3 Buchst. b BauO NRW
In der Regel nicht: Fünf Länder stellen betriebsgebundene Gewächshäuser bis 1.600 m² frei, Hessen ohne jede Flächengrenze. Die Firsthöhe reicht von 5 m über 6 m bis 8 m in Brandenburg. Entscheidend sind die Nachweis- und Kenntnisgabeschwellen darunter — in Sachsen schon ab 100 m².
Sechs Länder nennen den Folientunnel im Katalog, keine zwei gleich. Nordrhein-Westfalen stellt ihn seit dem 1. September 2026 auch dauerhaft frei.
13 Min.·Stand ·§ 62 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. c und d der Landesbauordnung Nordrhein-Westfalen, Anlage zu § 63 HBO Nr. 1.4 und 11.11
Nach dem Modelltext der Bauministerkonferenz bis 15 m, im Außenbereich freistehend bis 20 m. Vierzehn Länder folgen dem; Nordrhein-Westfalen erlaubt 20 m und im Außenbereich freistehend jede Höhe, verlangt dafür aber immer eine Bescheinigung der statisch-konstruktiven Unbedenklichkeit. Die häufig genannten 10 m sind überholt: Sie waren bis zum Beschluss vom 23./24. November 2023 die Grenze des Modelltextes und stehen heute im selben Satz als Schwelle für die Standsicherheit.
Verfahrensfrei sind 15 m, im Außenbereich 20 m. Die verbreiteten 10 m sind eine alte Fassung — Hamburg zog erst zum 1. Januar 2026 nach.
16 Min.·Stand ·§ 61 MBO, die Antennenpositionen der sechzehn Bauordnungen, § 4 BEMFV
Wenden Sie sich an die untere Bauaufsichtsbehörde, nicht an die Polizei, und stellen Sie einen schriftlichen Antrag auf Einschreiten im eigenen Namen. Ein Anspruch darauf besteht nur, wenn der Bau nicht genehmigt ist, eine Vorschrift verletzt, die gerade Sie schützt, und das Ermessen der Behörde deshalb auf Null reduziert ist. Wer lange zusieht, kann sein Abwehrrecht verwirken.
Die Bauaufsicht darf einschreiten, muss aber nur, wenn Ihre Rechte verletzt sind. Die fehlende Genehmigung allein genügt nicht — und Warten kostet.
17 Min.·Stand ·§§ 22 und 40 VwVfG, §§ 68, 74 und 113 VwGO, § 47 OWiG, §§ 823 und 1004 BGB
In der Regel ja, sobald darin gewohnt wird. § 2 Abs. 1 Satz 2 MBO stellt der festen Verbindung mit dem Boden die Zweckbestimmung gleich, überwiegend ortsfest benutzt zu werden — die Räder ändern daran nichts. Dazu kommt eine zweite, davon unabhängige Prüfung: Dauerhaftes Wohnen ist nur dort zulässig, wo die Gebietsart es trägt. Auf Camping- und Wochenendplätzen ist es nach Bundesrecht ausgeschlossen.
Räder machen kein Fahrzeug. Entscheidend sind der Verwendungszweck und die Art des Platzes — nicht das Fundament und keine Quadratmeterzahl.
12 Min.·Stand ·§ 2 Abs. 1 und Abs. 2 Musterbauordnung; § 10 BauNVO; § 35 Abs. 2 und Abs. 3 Satz 1 Nr. 7 BauGB
Meist nicht — aber aus einem anderen Grund als vermutet. Die Freistellungskataloge stellen Anlagen frei, die der Gartennutzung dienen; Sachsen und Hessen nehmen Gebäude davon ausdrücklich aus. Entscheidend ist deshalb zuerst, ob das Bauwerk überdeckt und betretbar ist. Ist es das, gilt dieselbe Landesschwelle wie für ein Gartenhaus; ist es das nicht, nennt der Katalog keine Größe.
Nicht die Quadratmeterzahl entscheidet zuerst, sondern der Gebäudebegriff: Er trennt die Gartenposition des Freistellungskatalogs von der Gebäudezeile.
9 Min.·Stand ·§ 14 Abs. 1 Satz 2 BauNVO und die Gartenpositionen der Landesbauordnungen
Für die Fläche selbst in keinem Bundesland: Alle sechzehn Freistellungskataloge nennen die Terrasse, fünf davon nur innerhalb eigener Grenzen. Verfahrensfrei heißt hier aber nicht folgenlos. Unter einem Bebauungsplan auf Grundlage der Baunutzungsverordnung 1990 zählt die Fläche auf die zulässige Grundfläche — und zwar in der Regel ohne den 50-Prozent-Zuschlag, den Garagen und Nebenanlagen bekommen.
Die Terrassenfläche ist in allen sechzehn Ländern verfahrensfrei — und zählt trotzdem auf die Grundflächenzahl, meist ohne den Zuschlag für Nebenanlagen.
In der Regel nicht — aber über eine andere Vorschrift als meist angenommen. Die Position „Kinderspielplätze" des nordrhein-westfälischen Katalogs meint den Pflichtspielplatz bei Gebäuden mit mehr als drei Wohnungen. Für das Gartengerät gilt die Gebäudezeile, wenn es überdeckt ist, sonst die Auffangklausel für unbedeutende Anlagen. Entscheidend wird dann der Grenzabstand.
Die Katalogposition „Kinderspielplätze" meint den Pflichtspielplatz des Mehrfamilienhauses. Für das Gartengerät entscheidet die Abstandsfläche ab 1 Meter.
17 Min.·Stand ·§ 62 Abs. 1 Nr. 14 Buchst. d und § 6 Abs. 1 Satz 2 BauO NRW
An neun Stellen des § 62 BauO NRW: Garagen und überdachte Stellplätze steigen von 30 m² auf 50 m², drei Positionen sind neu (Drohnenlandeplätze, fahrbare Verkaufsstände der Direktvermarktung, Werbeschilder im Außenbereich für land- und forstwirtschaftliche Betriebe), vier werden erweitert — darunter die Versorgungsanlagen, bei denen die Größengrenze von 20 m² erstmals eine Alternative erhält — und zwei Verweise auf § 74 werden nur nachgezogen.
Der BauCode NRW hat § 62 BauO NRW an neun Stellen geändert: Garagen bis 50 m², drei neue Positionen und eine umgebaute Regel für Versorgungsanlagen.
13 Min.·Stand ·Artikel 1 Nummer 28 des Dritten Gesetzes zur Änderung der Landesbauordnung 2018 (GV. NRW. 2026 S. 537)
Eine behördliche Bauabnahme sieht die Musterbauordnung nicht vor. In Sachsen tritt an ihre Stelle eine Anzeigepflicht: Der Bauherr hat die beabsichtigte Aufnahme der Nutzung mindestens zwei Wochen vorher anzuzeigen. Wer vorher einzieht, begeht eine eigene Ordnungswidrigkeit — nicht den Vorwurf, ohne Genehmigung gebaut zu haben. Andere Länder besichtigen oder nehmen ab.
Sachsen kennt keine behördliche Bauabnahme: Pflicht ist eine Anzeige zwei Wochen vor dem Einzug. Baden-Württemberg und Niedersachsen regeln es anders.
11 Min.·Stand ·Bauzustandsanzeigen und Nutzungsaufnahme in den Landesbauordnungen, § 640 BGB
Bauordnungsrechtlich verantwortlich sind der Bauherr und, in ihrem Wirkungskreis, Entwurfsverfasser, Unternehmer und Bauleiter; die Geldbuße kann jeden von ihnen treffen. Die Beseitigungsanordnung richtet sich nach sächsischem Ordnungsrecht dagegen gegen den, der den Zustand beherrscht — auch gegen einen Eigentümer, der nicht gebaut hat. Der Ausgleich untereinander ist Zivilrecht.
Die Bauaufsicht kann sich in Sachsen an den Eigentümer halten, auch wenn ein anderer gebaut hat. Regress ist davon eine getrennte, zivilrechtliche Frage.
14 Min.·Stand ·Verantwortlichkeit der am Bau Beteiligten, Zustandsverantwortlichkeit des Eigentümers; § 444 BGB; § 28 VVG