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Hamburg · HBauO

Baugenehmigung in Hamburg: was die HBauO erlaubt

Hamburgische Bauordnung (HBauO) regelt, welche Vorhaben in Hamburg ohne Verfahren errichtet werden dürfen. Diese Seite führt alle acht Vorhabenarten mit Schwellenwert, Fundstelle und Abstandsflächenregel auf.

Rechtsstand: 04.11.2026Stand: 04.11.2026 — an der Primärquelle geprüft§ 6 Abs. 5 Satz 1 und 2 HBauO, geprüft auf landesrecht-hamburg.de

Welche Vorhaben brauchen in Hamburg keine Baugenehmigung?

Von den acht Vorhabenarten dieser Seite ist in Hamburg eine in jeder Größe genehmigungspflichtig: Wintergarten. Ein Gartenhaus etwa bleibt in Hamburg bis 30 m³ Brutto-Rauminhalt verfahrensfrei, so § 61 HBauO i. V. m. der Anlage Abschnitt I Nr. 1 Buchst. a. Voraussetzung: kein Aufenthaltsraum, keine Toilette, keine Feuerstätte — und das Grundstück liegt im Innenbereich. Im Außenbereich gilt die Freistellung nicht. Die Freistellung betrifft allein das Verfahren: Grenzabstand und die übrigen Bauvorschriften gelten weiter. Die Abstandsfläche beträgt 0,4 × Wandhöhe, mindestens 2,50 m.

Rechtsgrundlage: § 61 HBauO i. V. m. der Anlage Abschnitt I Nr. 1 Buchst. aStand: 04.08.2026

Alle Vorhabenarten in Hamburg

Schwellenwerte für verfahrensfreie Vorhaben in Hamburg nach HBauO, je Vorhabenart mit Fundstelle und Prüfdatum.
VorhabenSchwelleFundstelleStand
Gartenhaus30 m³§ 61 HBauO i. V. m. der Anlage Abschnitt I Nr. 1 Buchst. a04.08.2026 — an der Primärquelle geprüft
Carport50 m²§ 61 HBauO i. V. m. der Anlage Abschnitt I Nr. 1 Buchst. b04.08.2026 — an der Primärquelle geprüft
Garage50 m²§ 61 HBauO i. V. m. der Anlage Abschnitt I Nr. 1 Buchst. b04.08.2026 — an der Primärquelle geprüft
Terrassenüberdachung30 m²§ 61 HBauO i. V. m. Anlage Abschnitt I Nr. 1 Buchst. g22.10.2026 — an der Primärquelle geprüft
Schwimmbecken100 m³§ 61 HBauO i. V. m. der Anlage Abschnitt I Nr. 10 Buchst. a04.08.2026 — an der Primärquelle geprüft
Wintergartengenehmigungspflichtig§ 59 Abs. 1 HBauO04.08.2026 — an der Primärquelle geprüft
Einfriedung2 m§ 61 HBauO i. V. m. der Anlage04.08.2026 — an der Primärquelle geprüft
Sonstige Nebenanlage30 m³§ 61 HBauO i. V. m. der Anlage Abschnitt I Nr. 1 Buchst. a04.08.2026 — an der Primärquelle geprüft

Abstandsflächen in Hamburg

Die Tiefe der Abstandsfläche beträgt 0,4 × Wandhöhe, mindestens 2,50 m. Bei einer Wandhöhe von 2,60 m sind das 2,50 m. Die Fläche muss vollständig auf dem eigenen Grundstück liegen.

Abstandsflächen

Die Tiefe der Abstandsflächen beträgt 0,4 H, mindestens 2,50 m. In Gewerbe- und Industriegebieten genügt eine Tiefe von 0,2 H, mindestens 2,50 m; an den Grenzen zu anderen Baugebieten gilt Satz 1.

§ 6 Abs. 5 Satz 1 und 2 HBauOPrimärquelle(öffnet in neuem Tab)Stand: 04.11.2026 — an der Primärquelle geprüft
Abstandsfläche vor einer Gartenhauswand, im Vergleich zum MindestmaßEin Gartenhaus mit 2,53 Metern maßgeblicher Wandhöhe steht links. Vor seiner Wand liegt die rechnerische Abstandsfläche von 0,4 mal der Wandhöhe, also etwa 1,01 Meter. Daneben ist das gesetzliche Mindestmaß von 3,00 Metern eingetragen, das bis zur Grundstücksgrenze reicht und in diesem Fall maßgeblich ist, weil es größer ist als der Rechenwert.GartenhausH = 2,53 m0,4 × H = 1,01 mMindestmaß 3,00 mGrundstücksgrenzeDie Fläche muss vollständigauf dem eigenen Grundstück liegen.
Maßgeblich ist der größere der beiden Werte. Bei Gartenhäusern ist das fast immer das Mindestmaß — die Formel greift erst ab 7,50 m Wandhöhe (bei einem Mindestmaß von 3,00 m).
  • Hamburg liegt wie Baden-Württemberg und Hessen beim Mindestmaß von 2,50 m und damit unter dem 3-m-Standard der Musterbauordnung.

An die Grenze bauen in Hamburg

Garagen und Gebäude ohne Aufenthaltsräume dürfen bis 3,00 m mittlerer Wandhöhe direkt an die Grenze. Zulässig sind 9,00 m je Grundstücksgrenze und 15,00 m über alle Grenzen zusammen. Bereits vorhandene Grenzbauten werden angerechnet.

Grenzbebauung

In den Abstandsflächen eines Gebäudes sowie ohne eigene Abstandsflächen sind, auch wenn sie nicht an die Grundstücksgrenze oder an das Gebäude angebaut werden, zulässig Garagen und Gebäude ohne Aufenthaltsräume und Feuerstätten mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 3 m und einer Gesamtlänge je Grundstücksgrenze von bis zu 9 m. Die Länge der die Abstandsflächentiefe gegenüber den Grundstücksgrenzen nicht einhaltenden Bebauung nach Satz 1 Nummern 1 und 2 darf auf einem Grundstück insgesamt 15 m nicht überschreiten.

§ 6 Abs. 8 Satz 1 Nr. 1 und Satz 2 HBauOPrimärquelle(öffnet in neuem Tab)Stand: 04.11.2026 — an der Primärquelle geprüft

Ein Stadtstaat, eine Bauaufsicht — und zweieinhalb Meter

Hamburg gehört mit Baden-Württemberg und Hessen zu den drei Ländern, deren Abstandsfläche bei 2,50 m endet und nicht bei 3 m. Dreizehn Länder nennen die drei Meter, die auch die Musterbauordnung vorsieht. Ein halber Meter klingt nach wenig; auf einem 18 m tiefen Reihenhausgrundstück ist er die Differenz zwischen einer Terrassenüberdachung, die passt, und einer, die nicht passt.

Das Gartenhaus misst Hamburg in Kubikmetern: 30 m³, dieselbe Zahl wie Hessen und Schleswig-Holstein. Bei 2,40 m mittlerer Höhe sind das 12,5 m² Grundfläche, also ein Häuschen von etwa 3,00 × 4,00 m. Mecklenburg-Vorpommern stellt daneben 40 m² Grundfläche frei — mehr als das Dreifache, obwohl die Zahl nur um ein Drittel größer aussieht. Die Einheit entscheidet hier mehr als die Zahl.

Und die Fundstelle: Die verfahrensfreien Vorhaben stehen nicht im Text des § 61 HBauO, sondern in der Anlage, auf die er verweist. Zitiert wird deshalb „§ 61 HBauO in Verbindung mit der Anlage, Abschnitt I“ — ein bloßes „§ 61 HBauO“ nennt die Verweisungsnorm und nicht das Vorhaben. Anders als in den Flächenländern gibt es dafür nur eine Adresse: Ein Stadtstaat hat keine Kreise, an die die Bauaufsicht verteilt wäre.

§ 61 HBauO i. V. m. der Anlage Abschnitt I Nr. 1 Buchst. a; § 6 Abs. 5 Satz 1 HBauOQuelle(öffnet in neuem Tab)Stand: 04.08.2026 — an der Primärquelle geprüft

Gelesen: Hamburgische Bauordnung, § 61 mit der Anlage sowie § 6 Abs. 5, auf dem Landesrechtsportal Hamburg; die Auszählung der Mindestmaße über alle sechzehn Länder aus dem Datensatz dieser Website.

Abstandsflächen und Verfahren nach der HBauO: § 6, § 59, § 61 und die Anlage

Wer die Hamburgische Bauordnung im Netz sucht, findet zwei Fassungen und bei einer davon den Zusatz „bis 31.12.2025“. Dahinter steckt kein Änderungsgesetz, sondern ein Neuerlass. Das Gesetz zum Neuerlass der Hamburgischen Bauordnung sowie zur Änderung des Hamburgischen Abwassergesetzes vom 6. Januar 2025 steht im Hamburgischen Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 2 vom 14. Januar 2025 ab Seite 93. Sein Artikel 5 Absatz 1 Satz 2 lässt es „am ersten Tage des zwölften auf die Verkündung folgenden Monats“ in Kraft treten — gerechnet von der Verkündung am 14. Januar 2025 ist das der 1. Januar 2026. Artikel 5 Absatz 2 hebt die Hamburgische Bauordnung vom 14. Dezember 2005 zum selben Zeitpunkt auf. Die Fassung mit dem Zusatz ist also die aufgehobene, und wer sie erwischt, liest ein Gesetz, das es nicht mehr gibt.

Ein Neuerlass ist für Übersichten gefährlicher als eine Novelle, weil er zweierlei auf einmal tut: Manche Hausnummern lässt er stehen, andere verschiebt er. § 6 regelt weiterhin die Abstandsflächen, und die Schwellenwerte des Freistellungskatalogs sind dieselben geblieben. Der Katalog selbst ist dagegen gewandert: Bis zum 31. Dezember 2025 stand er in § 60, seither steht er in § 61 — und unter der Nummer 61 stand bis dahin das vereinfachte Genehmigungsverfahren, das heute § 63 ist. Seither ist das Gesetz zweimal angefasst worden, und beide Male nicht an diesen beiden Stellen: Am 19. August 2025 wurde die Anlage geändert (HmbGVBl. S. 506, 508), und zwar deren Nummer 14 Buchstaben c und d sowie Nummer 16 Buchstabe a — in der Gruppe „Plätze“ die Freischankflächen, in der Gruppe „Sonstige Anlagen“ ein Zusatz für Gewerbe-, Industrie- und sonstige Sondergebiete. Am 18. November 2025 folgte Artikel 3 eines Anpassungsgesetzes (HmbGVBl. S. 679) mit Änderungen an den §§ 59, 64, 64a, 67 und 72. § 6 und § 61 tragen deshalb unverändert den Wortlaut vom 6. Januar 2025. Dass das noch der Stand ist, bestätigt ein amtliches Vollzitat vom 1. September 2026: Die Flutschutzverordnung-Grasbrook nennt die Bauordnung dort „zuletzt geändert am 18. November 2025“.

Der Weg in das Gesetz führt über § 59, und der hamburgische Grundsatz zählt ein Vorhaben mehr auf als der Berliner. Absatz 1 lautet: „Die Errichtung, Änderung, Nutzungsänderung und Beseitigung von Anlagen bedürfen der Baugenehmigung, soweit in den §§ 60 bis 62, 76 und 77 nichts anderes bestimmt ist.“ Der Abbruch steht also schon im Grundsatz — Berlin, dessen Bauordnung denselben Paragraphen unter derselben Überschrift „Grundsatz“ führt, zählt an dieser Stelle nur Errichtung, Änderung und Nutzungsänderung auf. Von den fünf genannten Ausnahmen betreffen den Garten zwei: § 61 mit den verfahrensfreien Vorhaben und § 62 mit der Genehmigungsfreistellung. Die übrigen führen anderswohin — § 60 regelt den Vorrang anderer Gestattungsverfahren, § 76 die Fliegenden Bauten, § 77 die bauaufsichtliche Zustimmung.

§ 61 besteht aus einem einzigen Satz. Er lautet vollständig: „Verfahrensfrei sind die in der Anlage bezeichneten Vorhaben.“ Diese Anlage hat vier Abschnitte — I Errichtung und Änderungen von Anlagen, II Änderung der Nutzung, III Beseitigung von Anlagen, IV Instandhaltungsarbeiten —, und Abschnitt I zählt sechzehn Gruppen auf, von den Gebäuden in Nummer 1 bis zu den sonstigen Anlagen in Nummer 16. Vor der ersten Nummer steht ein Hinweis, der die Verfahrensfreiheit einordnet: Inhaltliche Anforderungen anderer öffentlich-rechtlicher Vorschriften sind zu beachten, Zulassungsentscheidungen nach anderen Vorschriften einzuholen, und „bauaufsichtliche Eingriffsbefugnisse bleiben bei Verstößen gegen diese Vorschriften unberührt“. Ein weiterer Satz dort beantwortet die häufigste Folgefrage: Ist ein verfahrensfreies Vorhaben Teil eines Vorhabens, das in einem Verfahren nach § 63, § 64, § 64a oder § 77 zu prüfen ist, wird es in dieses Verfahren einbezogen.

Eine Eigenheit, die kaum eine Übersicht nennt, steht in § 59 Absatz 3 — und sie hilft dort, wo Verfahrensfreiheit sich wie ein Nachteil anfühlt: „Auf Verlangen der Bauherrin bzw. des Bauherrn wird für genehmigungsfreie Vorhaben nach § 61, § 62 oder § 77 ein Baugenehmigungsverfahren nach § 63, § 64 oder § 64a … durchgeführt.“ Wer für ein verfahrensfreies Gartenhaus eine schriftliche Entscheidung in der Hand haben will — für den Hausverkauf, für die Bank, für den Streit mit dem Nachbarn —, kann das Verfahren also verlangen. Die Vorschrift reicht weiter als bis zur Verfahrensfreiheit: Wer im vereinfachten Verfahren nach § 63 steckt, kann auf § 64 oder § 64a hinaufwechseln, und von § 64 aus noch auf § 64a. Wie das Wahlrecht gemeint ist, zeigt eine Stelle in Abschnitt II der Anlage: Bei der Bestimmung der Anforderungen für eine neue Nutzung bleibt „das Wahlrecht nach § 59 Absatz 3 unberücksichtigt“ — dass man ein Verfahren verlangen könnte, macht die Nutzungsänderung also nicht ihrerseits verfahrenspflichtig.

Über dreißig Kubikmeter hinaus ist der Bauantrag nicht der einzige Weg. § 62 HBauO stellt die Errichtung von Wohngebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2 ohne Tiefgaragen und von freistehenden Wohngebäuden der Gebäudeklasse 3 ohne Tiefgaragen von der Genehmigung frei, und zwar ausdrücklich „einschließlich der zugehörigen Nebenanlagen und Nebengebäude“; das größere Gartenhaus und die größere Garage fallen also darunter, soweit sie zu einem solchen Vorhaben gehören. Absatz 2 nennt fünf Bedingungen: Geltungsbereich eines Bebauungsplans nach § 30 Absatz 1 oder 2 BauGB, kein Widerspruch zu seinen Festsetzungen, gesicherte Erschließung, kein Gebiet einer auf § 172 BauGB gestützten Verordnung — und die Bauaufsichtsbehörde erklärt nicht, dass doch ein Genehmigungsverfahren durchgeführt werden soll. Begonnen werden darf einen Monat nach Eingang der Bauvorlagen; das Recht erlischt, wenn innerhalb von drei Jahren nicht angefangen oder länger als drei Jahre unterbrochen wird. Ohne Bebauungsplan hilft § 62 nicht.

Bei den Abstandsflächen beginnt § 6 Absatz 5 mit dem Satz, der Hamburg von dreizehn Ländern unterscheidet: Die Tiefe beträgt 0,4 H, mindestens 2,50 m — nicht die drei Meter der Musterbauordnung. Satz 2 senkt den Koeffizienten in Gewerbe- und Industriegebieten auf 0,2 H, lässt das Mindestmaß dort aber unverändert und endet mit einem Halbsatz, der regelmäßig überlesen wird: „an den Grenzen zu anderen Baugebieten gilt Satz 1“. Ein Grundstück im Gewerbegebiet rechnet also nicht durchgehend mit dem halbierten Koeffizienten. Nach innen, zum nächsten Gewerbenachbarn, gilt 0,2 H; nach außen, dort wo das Wohngebiet beginnt, wieder 0,4 H. An einem einzigen Gebäude am Rand eines Gewerbegebiets können damit zwei verschiedene Tiefen zu messen sein, und welche gilt, entscheidet nicht die Wand, sondern das Gebiet jenseits der Grenze.

Satz 3 desselben Absatzes ist die eigentliche hamburgische Besonderheit. Er lautet: „Werden von einem Bebauungsplan oder einer anderen Rechtsvorschrift Außenwände zugelassen oder vorgeschrieben, vor denen Abstandsflächen größerer oder geringerer Tiefe als nach den Sätzen 1 und 2 liegen müssten, finden die Sätze 1 und 2 keine Anwendung, es sei denn, der Bebauungsplan oder die andere Rechtsvorschrift ordnet ihre Geltung an.“ Der Plan verdrängt die Formel damit in beide Richtungen, nach oben wie nach unten, und er tut es von selbst: Die gesetzliche Tiefe kommt nur zurück, wenn der Plan sie ausdrücklich anordnet. In einem Gebiet mit festgesetzten Baulinien oder Baugrenzen ist die Rechnung aus Absatz 5 deshalb unter Umständen gar nicht die maßgebliche Größe. Wer rechnet, ohne den Plan gelesen zu haben, rechnet eine Zahl aus, die an dieser Stelle möglicherweise nicht gilt. Wie alt solche Festsetzungen sein können, zeigt die Übergangsvorschrift des Gesetzes selbst: Sie nimmt auf Bebauungspläne Bezug, die nach § 173 Absatz 3 Satz 1 des Bundesbaugesetzes übergeleitet worden sind, und auf solche, deren erster Tag der öffentlichen Auslegung zwischen dem 29. Oktober 1960 und dem 31. Juli 1962 lag.

Welche Höhe in die Formel eingeht, entscheidet Absatz 4. Satz 2 misst die Wandhöhe von der Geländeoberfläche bis zum Schnittpunkt der Wandaußenseite mit der Dachhaut oder bis zum oberen Abschluss der Wand. Dann Satz 3: „Die Höhe von Dächern mit einer Neigung von weniger als 70 Grad wird zu einem Drittel der Wandhöhe hinzugerechnet.“ Und Satz 4: „Andernfalls wird die Höhe des Daches voll hinzugerechnet.“ Eine Stufe bei 45 Grad, wie Hessen sie kennt, gibt es hier nicht: Nach § 6 Absatz 4 Satz 6 Nummer 1 HBO kommt dort nur bei „Dächern und Dachteilen mit einer Dachneigung von mehr als 45° bis 70°“ ein Drittel hinzu, ein flacheres Dach bleibt außer Betracht. In Hamburg zählt jedes Dach unterhalb von 70 Grad mit einem Drittel, auch das flache Pultdach über der Garage. Der Abstandsflächenrechner dieser Website setzt für alle Länder einheitlich ein Drittel der Dachhöhe an; unterhalb von 70 Grad trifft das hier genau den Gesetzeswortlaut, oberhalb davon ist es zu wenig, und maßgeblich bleibt der zitierte Satz.

Zwei Absätze arbeiten in die Gegenrichtung und nennen dabei Maße, die andere Bauordnungen offenlassen. Nach Absatz 6 bleiben vortretende Bauteile „wie Gesimse und Dachüberstände“ außer Betracht, und zwar bis zu einer Tiefe von 0,50 m — Berlin und Thüringen nennen für dieselbe Gruppe gar kein Maß. Für Vorbauten einschließlich Balkone gelten drei Bedingungen gleichzeitig: höchstens ein Drittel der Breite der jeweiligen Außenwand, nicht mehr als 1,50 m Vortritt und mindestens 2,50 m Abstand zur gegenüberliegenden Nachbargrenze. Nachträgliche Wärmeschutzmaßnahmen an bestehenden Gebäuden bleiben bis zu 0,25 m Dicke außer Betracht, sofern ein Mindestabstand von 2,25 m eingehalten wird. Absatz 7 nimmt Solaranlagen an bestehenden Gebäuden heraus, wenn sie nicht stärker als 0,25 m sind und mindestens 2,50 m von der Nachbargrenze zurückbleiben.

Dass nach „faq hbauo“ gesucht wird, hat einen amtlichen Grund: Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, Amt für Bauordnung und Hochbau, veröffentlicht zwei Auslegungshilfen, die genau so heißen — ein sechzehnseitiges „FAQ zu § 6 HBauO – Abstandsflächen“, Fassung vom 20. Oktober 2020, mit Antworten, die einzeln zwischen 2006 und 2020 datiert sind, und ein vierseitiges „FAQ zu § 61 HBauO – Vereinfachtes Genehmigungsverfahren“ mit Antworten von 2010 bis 2018. Beide sind nach dem Neuerlass nicht nachgezogen worden. Beim zweiten führt das in die Irre, bevor man die erste Antwort gelesen hat: Das vereinfachte Genehmigungsverfahren steht heute in § 63, und § 61 trägt den Freistellungskatalog — wer nach „§ 61 hbauo“ sucht und dort landet, liest eine Auskunft über ein anderes Verfahren. Beim ersten merkt man es nicht an den Zahlen, sondern an den Hausnummern. Das FAQ behandelt die Grenzgaragen unter der Überschrift „Absatz 7“ und nennt § 6 Absatz 7 Satz 1 Nummern 1 und 2 samt der mittleren Wandhöhe von 3 m, den 9 m je Grundstücksgrenze und den 15 m je Grundstück; in der seit dem 1. Januar 2026 geltenden Fassung steht dieselbe Regel mit denselben Maßen in § 6 Absatz 8, und Absatz 7 trägt dort die Solaranlagen. Ebenso verweist das FAQ für die Vorgärten zweimal auf § 9 Absatz 2 — die Vorgartenregel ist inzwischen § 8 Absatz 2, und § 9 Absatz 2 betrifft die Gestaltung. Richtig geblieben ist die dritte Fundstelle: § 2 Absatz 7 bestimmt weiterhin, dass Carports als Garagen gelten. Die Auskünfte sind also brauchbar, die Adressen darin sind es nicht mehr.

§ 6 Abs. 4 bis 8, § 59, § 61 und § 62 HBauO sowie die Anlage zur HBauO, Abschnitte I und II; § 2 Abs. 7, § 8 Abs. 2 und § 9 Abs. 2 HBauO; § 6 Abs. 4 Satz 6 Nr. 1 HBOQuelle(öffnet in neuem Tab)Stand: 04.11.2026 — an der Primärquelle geprüft

Gelesen: die Hamburgische Bauordnung in der Fassung des Gesetzes zum Neuerlass der Hamburgischen Bauordnung sowie zur Änderung des Hamburgischen Abwassergesetzes vom 6. Januar 2025, verkündet im Hamburgischen Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 2 vom 14. Januar 2025 — § 2 auf S. 95 f., § 6 auf S. 97 f., § 8 und § 9 auf S. 98 f., §§ 59 bis 63 auf S. 112 f., die Anlage auf S. 124 bis 128 und Artikel 5 auf S. 128 —, dazu die Änderung der Anlage durch Artikel 4 der Verordnung vom 19. August 2025 (HmbGVBl. Nr. 29 vom 26. August 2025, S. 506, 508) und Artikel 3 des Gesetzes vom 18. November 2025 (HmbGVBl. Nr. 41 vom 2. Dezember 2025, S. 679); das Vollzitat vom 1. September 2026 in § 1 Abs. 2 der Flutschutzverordnung-Grasbrook (HmbGVBl. Nr. 27 vom 11. September 2026, S. 229). Gegengelesen an der nichtamtlichen Lesefassung der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (Stand 25. September 2025), die in § 6 Abs. 4 und 5 zeichengleich ist. Für die Paragraphenverschiebungen die beiden Auslegungshilfen der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, Amt für Bauordnung und Hochbau — „FAQ zu § 6 HBauO – Abstandsflächen“, Fassung vom 20. Oktober 2020, und „FAQ zu § 61 HBauO – Vereinfachtes Genehmigungsverfahren“, Antworten vom 1. September 2010 bis 1. Mai 2018, beide am 4. November 2026 auf hamburg.de abgerufen; für die Nummer des Katalogs in der Fassung von 2005 die Herleitung auf der Seite zu den Paragraphen dieser Website; für Hessen § 6 Abs. 4 der Lesefassung des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum (Stand Oktober 2025). Alle vier hamburgischen Blätter als PDF beim Verkündungsdrucker Lütcke & Wulff, gelesen am 4. November 2026; landesrecht-hamburg.de selbst liefert keinen Gesetzestext aus.

Besonderheiten Hamburgs

  • Die verfahrensfreien Vorhaben stehen in Hamburg nicht im Paragraphentext, sondern in der Anlage, auf die § 61 HBauO verweist.

Das Änderungsprotokoll verzeichnet 5 Einträge zu Hamburg; der jüngste stammt vom 4. November 2026. Zum Änderungsprotokoll

Zuständige Behörde finden

Verbindlich entscheidet die untere Bauaufsichtsbehörde Ihrer Gemeinde oder Ihres Landkreises.

Landesportal Hamburg

Häufige Fragen zu Hamburg

Wie groß darf ein Gartenhaus in Hamburg ohne Baugenehmigung sein?

Bis 30 m³ Brutto-Rauminhalt, so § 61 HBauO i. V. m. der Anlage Abschnitt I Nr. 1 Buchst. a. Das Gebäude darf keinen Aufenthaltsraum, keine Toilette und keine Feuerstätte enthalten. Im Außenbereich gilt die Freistellung in Hamburg nicht.

Welchen Abstand muss ein Gartenhaus in Hamburg zur Grundstücksgrenze haben?

Die Abstandsfläche beträgt 0,4 × Wandhöhe, mindestens 2,5 m, so § 6 Abs. 5 Satz 1 und 2 HBauO. Bei 2,60 m Wandhöhe sind das 2,5 m. Die Fläche muss vollständig auf dem eigenen Grundstück liegen.

Darf ich in Hamburg direkt an die Grundstücksgrenze bauen?

Ja, für Garagen und Gebäude ohne Aufenthaltsräume und Feuerstätten bis 3 m mittlerer Wandhöhe. Zulässig sind 9 m je Grundstücksgrenze und 15 m über alle Grenzen zusammen, so § 6 Abs. 8 Satz 1 Nr. 1 und Satz 2 HBauO. Vorhandene Grenzbauten werden angerechnet.

Ist ein Carport in Hamburg genehmigungsfrei?

Bis 50 m² Brutto-Grundfläche, so § 61 HBauO i. V. m. der Anlage Abschnitt I Nr. 1 Buchst. b. Der Carport gilt bauordnungsrechtlich als Garage. Gemessen wird die überdachte Fläche einschließlich Dachüberstand, nicht die Stellplatzfläche. Im Außenbereich gilt die Freistellung nicht.

Ist eine Terrassenüberdachung in Hamburg genehmigungsfrei?

Bis 30 m² überdachter Grundfläche, so § 61 HBauO i. V. m. Anlage Abschnitt I Nr. 1 Buchst. g. Voraussetzung ist, dass die Überdachung an den Seiten offen bleibt. Wird sie verglast oder seitlich geschlossen, gilt sie als Wintergarten und ist genehmigungspflichtig.

Gilt die Verfahrensfreiheit in Hamburg auch im Außenbereich?

Nein. HBauO nimmt den Außenbereich ausdrücklich aus. Dort ist ein privates Gartengebäude nach § 35 BauGB zusätzlich materiell unzulässig, weil es öffentliche Belange beeinträchtigt. Ob Ihr Grundstück im Innen- oder Außenbereich liegt, klärt verbindlich die Gemeinde.