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BayBO · Gartenhäuser

Gartenhaus in Bayern ohne Baugenehmigung

Was die Bayerische Bauordnung (BayBO) für Gartenhäuser vorschreibt — mit wörtlichem Gesetzeszitat, berechneter Abstandsfläche und der Grundfläche, die sich daraus in der Praxis ergibt.

Rechtsstand: 04.08.2026Stand: 04.08.2026 — an der Primärquelle geprüftArt. 57 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a BayBO, geprüft auf gesetze-bayern.de

Wie groß darf ein Gartenhaus in Bayern ohne Baugenehmigung sein?

Bis 75 m³ Brutto-Rauminhalt, so Art. 57 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a BayBO. Bei 2,40 m Wandhöhe und Satteldach entspricht das rund 27,8 m² Grundfläche. Im Außenbereich sinkt die Schwelle auf 20 m³; bauplanungsrechtlich bleibt das Vorhaben dort nach § 35 BauGB aber meist unzulässig. Die Abstandsfläche beträgt 0,4 × Wandhöhe, mindestens 3,00 m.

Rechtsgrundlage: Art. 57 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a BayBOStand: 04.08.2026

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Der Gesetzestext im Wortlaut

Verfahrensfreiheit

Gebäude mit einem Brutto-Rauminhalt bis zu 75 m³, außer im Außenbereich, sowie Gebäude ohne Aufenthaltsräume, Toiletten oder Feuerstätten, wenn die Gebäude weder Verkaufs- noch Ausstellungszwecken dienen, im Außenbereich bis 20 m³ Brutto-Rauminhalt.

Art. 57 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a BayBOPrimärquelle(öffnet in neuem Tab)Stand: 04.08.2026 — an der Primärquelle geprüft

Das Änderungsprotokoll verzeichnet 3 Einträge zu Gartenhäusern in Bayern; der jüngste stammt vom 17. Oktober 2026. Zum Änderungsprotokoll

Rechenbeispiel mit marktüblichen Maßen

Das Rechenbeispiel ist ein Gartenhaus in marktüblicher Ausführung: 4,00 × 3,00 m, 2,40 m Wandhöhe, Satteldach bis 3,00 m Firsthöhe. Das sind 12,00 m² Grundfläche und eine mittlere Höhe von 2,70 m — macht 32,4 m³ Brutto-Rauminhalt. Bayern bemisst die Freistellung nach dem Rauminhalt. Maßgeblich sind hier also die 32,4 m³, nicht die 12,00 m² Grundfläche — eine niedrigere Traufe senkt den Wert.

Rechenbeispiel: Maße für ein Gartenhaus in marktüblicher Ausführung und Vergleich mit dem Schwellenwert Bayerns.
Grundfläche (außen)12,00 m²
Mittlere Höhe2,70 m
Brutto-Rauminhalt32,4 m³
Schwelle BY75 m³
Erforderliche Abstandsfläche3,00 m
Ergebnisverfahrensfrei

Abstandsflächen und Grenzbebauung in Bayern

In Bayern beträgt die Abstandsfläche 0,4 × Wandhöhe, mindestens 3,00 m. Für das Rechenbeispiel oben sind das 3,00 m. Direkt an die Grenze dürfen Gebäude ohne Aufenthaltsräume und Feuerstätten bis 3,00 m mittlerer Wandhöhe, mit höchstens 9,00 m Wandlänge je Grenze und 15,00 m insgesamt.

Abstandsflächen

Die Tiefe der Abstandsflächen beträgt 0,4 H, in Gewerbe- und Industriegebieten 0,2 H, jeweils aber mindestens 3 m.

Art. 6 Abs. 5 Satz 1 BayBOPrimärquelle(öffnet in neuem Tab)Stand: 24.10.2026 — an der Primärquelle geprüft

Grenzbebauung

In den Abstandsflächen sowie ohne eigene Abstandsflächen sind, auch wenn sie nicht an der Grundstücksgrenze errichtet werden, zulässig 1. Garagen einschließlich ihrer Nebenräume, überdachte Tiefgaragenzufahrten, Aufzüge zu Tiefgaragen und Gebäude ohne Aufenthaltsräume und Feuerstätten mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 3 m und einer Gesamtlänge je Grundstücksgrenze von 9 m, wobei die Höhe von Dächern mit einer Neigung von mehr als 45 Grad zu einem Drittel, mit einer Neigung von mehr als 70 Grad voll der Wandhöhe hinzugerechnet wird; Giebelflächen bleiben bei einer Dachneigung bis zu 45 Grad unberücksichtigt, 2. […], 3. […] Die Länge der die Abstandsflächentiefe gegenüber den Grundstücksgrenzen nicht einhaltenden Bebauung nach den Nrn. 1 und 2 darf auf einem Grundstück insgesamt 15 m nicht überschreiten.

Art. 6 Abs. 7 Satz 1 Nr. 1 und Satz 2 BayBOPrimärquelle(öffnet in neuem Tab)Stand: 20.10.2026 — an der Primärquelle geprüft

Bayern hat kein Nachbarrechtsgesetz, sondern das AGBGB

Wer nach dem „bayerischen Nachbarrechtsgesetz“ sucht, findet keines. Das private Nachbarrecht steht in Bayern im Ausführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuch, dort in den Art. 43 bis 54 AGBGB. Ratgeber, die Paragraphen eines Nachbarrechtsgesetzes zitieren, meinen ein anderes Land. Die Regelungen ergänzen die §§ 903 bis 924 BGB und gelten neben der Bauordnung, nicht statt ihrer.

Für ein Gartenhaus an der Grenze ist Art. 46b AGBGB die wichtigste Vorschrift: das Hammerschlags- und Leiterrecht. Der Nachbar muss die Inanspruchnahme seines Grundstücks dulden, wenn das Vorhaben anders nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohen Kosten durchgeführt werden kann, die Beeinträchtigung nicht außer Verhältnis zum erstrebten Vorteil steht und das Vorhaben öffentlich-rechtlichen Vorschriften nicht widerspricht. Art und Dauer der Arbeiten sind mindestens einen Monat vorher anzuzeigen; nur zur Abwendung einer gegenwärtigen erheblichen Gefahr entfällt die Anzeige.

Das Recht begründet eine Duldungspflicht, keine Mitwirkungspflicht: Der Nachbar muss weder Pflanzen entfernen noch sonst Platz schaffen. Es umfasst das Betreten des Grundstücks, den Aufbau von Gerüsten und Geräten und das Verbringen der erforderlichen Materialien — eine weitergehende Benutzung nicht. Wird das Nachbargrundstück länger als eine Woche benutzt, ist eine Entschädigung in Höhe der ortsüblichen Miete für einen vergleichbaren gewerblichen Lagerplatz zu zahlen. Für Schäden haftet der Bauende ohne Rücksicht auf Verschulden. Fehlt eine erforderliche Baugenehmigung, entfällt das Recht ganz.

Für die Bepflanzung rund um das Gartenhaus gelten die Grenzabstände der Art. 47 bis 51 AGBGB, und sie sind einfacher gebaut als in den meisten Ländern: Abstandsvorschriften gibt es nur für Bäume, Sträucher und Hecken sowie für Wein- und Hopfenstöcke. Alle anderen Pflanzen, auch hohe Stauden, brauchen grundsätzlich keinen Grenzabstand. Der erforderliche Abstand richtet sich allein nach der Höhe: bis 2 Meter Höhe mindestens 0,50 Meter, darüber mindestens 2 Meter.

Gemessen wird die kürzeste Verbindung zur Grenze, bei Bäumen von der Mitte des Stammes, bei Sträuchern und Hecken von der Mitte des grenznächsten Triebes, und zwar an der Stelle, an der Stamm oder Trieb aus dem Boden tritt. Verzweigungen über der Erde und eine Neigung zur Grenze hin bleiben außer Betracht. Hinter einer Mauer oder einer sonstigen dichten Einfriedung muss überhaupt kein Grenzabstand eingehalten werden, solange die Pflanze die Einfriedung nicht erheblich überragt. Ansprüche aus den Abstandsregeln verjähren nach Art. 52 Abs. 1 AGBGB in fünf Jahren.

Art. 46b, Art. 47 bis 52 AGBGBQuelle(öffnet in neuem Tab)Stand: 05.08.2026 — an der Primärquelle geprüft

Gelesen: Ausführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuch (AGBGB), Art. 43 bis 54, auf dem Rechtsportal des Freistaats Bayern; ergänzend „Rund um die Gartengrenze“, Bayerisches Staatsministerium der Justiz, Stand April 2025.

Was im Außenbereich übrig bleibt — und die eine Zeile für 100 Quadratmeter

Der Außenbereich ist in Art. 57 BayBO keine einzelne Ausnahme. Er ist eine Eigenschaft, die der Freistellungskatalog an mehreren Stellen gesondert behandelt — und nicht immer zu Lasten des Bauherrn. Im Wortlaut des Absatzes 1 fällt das Wort achtmal, verteilt auf sieben Katalogpositionen. Fünf davon nehmen den Außenbereich aus: Nr. 1 Buchst. a für die 75 m³ Brutto-Rauminhalt, Nr. 1 Buchst. b für Garagen und überdachte Stellplätze, Nr. 7 Buchst. a für Mauern und Einfriedungen, Nr. 10 Buchst. a für Schwimmbecken und Nr. 15 Buchst. b für nicht überdachte Stellplätze. Drei gewähren dort etwas: Nr. 1 Buchst. a in seiner zweiten Hälfte, Nr. 5 Buchst. a Doppelbuchst. aa für Antennen tragende Masten und Nr. 7 Buchst. b für offene, sockellose Einfriedungen land- und forstwirtschaftlicher Nutzung. Nr. 1 Buchst. a steht in beiden Reihen; fünf und drei ergeben deshalb acht Nennungen bei sieben Positionen.

Zwei weitere Positionen regeln den Außenbereich, ohne ihn zu nennen. Art. 57 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. c und Buchst. d knüpfen nicht an die Lage an, sondern an den Betrieb: Verlangt ist ein Gebäude, das „einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb oder einem Betrieb der gartenbaulichen Erzeugung im Sinn der § 35 Abs. 1 Nr. 1 und 2, § 201 BauGB" dient. Genau diese beiden Nummern des § 35 BauGB führen die im Außenbereich privilegierten Vorhaben. Wer den Katalog nach dem Stichwort durchsucht, übersieht die beiden Buchstaben deshalb — und mit ihnen die größte Flächenangabe, die Art. 57 BayBO für ein Gebäude überhaupt nennt.

Diese Angabe lautet 100 Quadratmeter, und sie beantwortet die Frage nach der Halle. Art. 57 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. c BayBO stellt freistehende Gebäude bis höchstens 100 m² Brutto-Grundfläche verfahrensfrei, bei höchstens 140 m² überdachter Fläche. „Höchstens" schließt den Wert ein; bei genau 100 m² greift die Freistellung also noch. Acht Bedingungen müssen dafür zusammentreffen, im Wortlaut nachgezählt: freistehend, ohne Feuerungsanlagen, dienend einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb oder einem Betrieb der gartenbaulichen Erzeugung, nur eingeschossig, nicht unterkellert, höchstens 100 m² Brutto-Grundfläche, höchstens 140 m² überdachte Fläche, und bestimmt nur zur Unterbringung von Sachen oder zum vorübergehenden Schutz von Tieren. Die dritte und die achte Bedingung nehmen den privaten Garten aus der Vorschrift heraus.

Welches Material das Gebäude hat, fragt keiner dieser Buchstaben. Nr. 1 Buchst. a bemisst den Rauminhalt, Buchst. c die Flächen; Stein, Holz und Sandwichplatte stehen vor dem Freistellungskatalog gleich. Die materiellen Anforderungen bleiben davon unberührt, und Art. 55 Abs. 2 BayBO sagt das ausdrücklich: Die Genehmigungsfreiheit „entbind[et] nicht von der Verpflichtung zur Einhaltung der Anforderungen, die durch öffentlich-rechtliche Vorschriften an Anlagen gestellt werden" und lässt „die bauaufsichtlichen Eingriffsbefugnisse unberührt". Eine gemauerte Hütte wiegt mehr als eine hölzerne — geprüft wird die Standsicherheit nur nicht, sie ist trotzdem geschuldet.

Verfahrensfreiheit und Zulässigkeit sind zwei verschiedene Fragen, und im Außenbereich fallen sie am weitesten auseinander. Art. 57 BayBO entscheidet allein über das Verfahren. Ob gebaut werden darf, richtet sich nach § 35 BauGB, und dessen Absatz 1 stellt zwei Voraussetzungen vor jede Privilegierung: Öffentliche Belange dürfen nicht entgegenstehen, und die ausreichende Erschließung muss gesichert sein. Für ein Gebäude nach Buchst. c kommt hinzu, dass es einem Betrieb im Sinn der Nrn. 1 oder 2 dienen muss. Wie ein einzelnes Vorhaben ausgeht, sagt dieser Abschnitt nicht; verbindlich klärt die Lage des Grundstücks die Gemeinde, das Verfahren die Kreisverwaltungsbehörde nach Art. 53 Abs. 1 Satz 1 BayBO.

Art. 57 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a, c und d, Nr. 5, Nr. 7, Nr. 10 und Nr. 15, Art. 55 Abs. 2 und Art. 53 Abs. 1 Satz 1 BayBO; § 35 Abs. 1 und § 201 BauGBQuelle(öffnet in neuem Tab)Stand: 20.10.2026 — an der Primärquelle geprüft

Gelesen: Art. 57 BayBO vollständig, dazu Art. 55 und Art. 53 (Text gilt ab 1. Mai 2026) auf dem Rechtsportal des Freistaats Bayern, jede Stelle zusätzlich in der Gesamtausgabe als PDF gegengelesen; die Nennungen des Außenbereichs in Abs. 1 am Wortlaut ausgezählt; § 35 Abs. 1 und § 201 BauGB auf gesetze-im-internet.de.

Den Fenstern stehen Lichtöffnungen jeder Art gleich

Das bayerische Nachbarrecht steht im Siebten Abschnitt des Ausführungsgesetzes zum BGB, und dieser Abschnitt beginnt nicht mit Abständen, sondern mit dem Fensterrecht. Art. 43 Abs. 1 gibt dem Nachbarn einen Anspruch: Sind Fenster weniger als 0,60 m von der Grenze eines Nachbargrundstücks entfernt, auf dem Gebäude errichtet sind oder das als Hofraum oder Hausgarten dient, so müssen sie auf Verlangen des Eigentümers so eingerichtet werden, dass bis zur Höhe von 1,80 m über dem dahinter liegenden Boden weder das Öffnen noch das Durchblicken möglich ist. Gemessen wird vom Fuß der Wand unterhalb der grenznächsten Außenkante der Öffnung.

Für eine Nebenanlage ist Absatz 2 der Satz, auf den es ankommt: „Den Fenstern stehen Lichtöffnungen jeder Art gleich.“ Ein Gewächshaus besteht der Sache nach aus nichts anderem als Lichtöffnungen, und sein grenznächster Punkt liegt beim Aufstellen selten mehr als einen halben Meter von der Grenze entfernt. Nach dem Wortlaut ist der Anspruch damit eröffnet; dass ein Gericht ihn auf eine Gewächshausverglasung anwendet, ist damit nicht entschieden, aber die Norm schließt es nicht aus. Art. 44 stellt Balkone, Erker, Galerien und ähnliche Anlagen unter dieselbe Schwelle von 0,60 m und denselben Abschluss.

Dieser Anspruch hat eine Eigenschaft, die ihn von allem anderen im Abschnitt unterscheidet. Nach Art. 52 Abs. 1 Satz 1 unterliegen die Ansprüche aus Art. 43 bis 45 und Art. 46 Abs. 1 nicht der Verjährung. Er wird also nicht dadurch besser, dass er lange hingenommen wurde. Der Anspruch auf Beseitigung eines die Pflanzenabstände verletzenden Zustands verjährt dagegen nach Satz 2 in fünf Jahren, gerechnet vom Schluss des Jahres an, in dem der Anspruch entstanden ist und der Eigentümer davon Kenntnis erlangt hat oder ohne grobe Fahrlässigkeit hätte erlangen müssen. Zwei Ansprüche im selben Abschnitt, zwei völlig verschiedene Zeithorizonte.

Ebenso wichtig ist, was der Abschnitt nicht enthält. Er reicht von Art. 43 bis Art. 54 und führt der Reihe nach Fensterrecht, Balkone und ähnliche Anlagen, besondere Vorschriften dazu, Erhöhung einer Kommunmauer, Überbau durch Wärmedämmung, Hammerschlags- und Leiterrecht, Grenzabstand von Pflanzen, Grenzabstand bei landwirtschaftlichen Grundstücken, Messung des Grenzabstands, Ausnahmen, ältere Gewächse und Waldungen, Verjährung, Erlöschen von Anwenderechten und den Ausschluss privatrechtlicher Ansprüche bei Verkehrsunternehmen. Eine Traufvorschrift ist nicht darunter, eine Regel über Aufschichtungen ebenso wenig, und eine Einfriedungspflicht gibt es auch nicht.

Für den Holzstapel an der Grenze und für das Wasser, das vom Gewächshausdach fällt, bleiben deshalb allein die §§ 903, 906 und 1004 BGB — also die Frage, ob die Einwirkung wesentlich ist und ob sie von einer ortsüblichen Benutzung ausgeht, nicht die Frage nach einem Zentimetermaß. Wer für diese beiden Fälle nach einer bayerischen Zahl sucht, sucht nach etwas, das der Gesetzgeber nicht geschrieben hat.

Bei den Pflanzenabständen lohnen zwei Sonderregeln, die neben der bekannten Grundregel stehen. Nach Art. 47 Abs. 2 kann zugunsten eines Waldgrundstücks nur ein Abstand von 0,50 m verlangt werden, und dasselbe gilt für Wein- und Hopfenanbau in einer Lage, in der er nach den örtlichen Verhältnissen üblich ist. Art. 48 kehrt die Richtung um: Gegenüber einem landwirtschaftlich genutzten Grundstück, dessen wirtschaftliche Bestimmung durch Schmälerung des Sonnenlichts erheblich beeinträchtigt würde, ist mit Bäumen von mehr als 2 m Höhe ein Abstand von 4 m einzuhalten — verlangen kann das aber nur, wessen Grundstück diese Bestimmung schon hatte, als die Bäume die Höhe von 2 m überschritten.

Art. 50 Abs. 2 nimmt davon Stein- und Kernobstbäume wieder aus, ebenso Bäume in einem Hofraum oder Hausgarten. Und Art. 52 Abs. 2 enthält die Regel, die beim Ersetzen alter Bestände übersehen wird: Sind die Ansprüche verjährt und werden die Gewächse durch neue ersetzt, so kann hinsichtlich der neuen Gewächse die Einhaltung des vorgeschriebenen Abstands wieder verlangt werden. Eine seit Jahrzehnten geduldete Reihe an der Grenze überträgt ihre Duldung also nicht auf die Nachpflanzung.

Art. 43, Art. 44, Art. 47 Abs. 2, Art. 48, Art. 50 und Art. 52 AGBGBQuelle(öffnet in neuem Tab)Stand: 28.08.2026 — an der Primärquelle geprüft

Gelesen: Ausführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuch (AGBGB), Art. 43 bis 54, auf dem Rechtsportal des Freistaats Bayern; ergänzend „Rund um die Gartengrenze“, Bayerisches Staatsministerium der Justiz, Stand April 2025.

Besonderheiten Bayerns

  • Bayern knüpft die 75 m³ im Innenbereich an keine Nutzungsbedingung. Anders als in den meisten Ländern hebt ein Aufenthaltsraum die Verfahrensfreiheit hier nicht auf — die materiellen Anforderungen an Aufenthaltsräume nach Art. 45 BayBO gelten trotzdem, sie werden nur nicht geprüft.
  • Erst die Variante für den Außenbereich verlangt ein Gebäude ohne Aufenthaltsräume, Toiletten und Feuerstätten.
  • Bayern zählt als einziges Land seine Bauordnung in Artikeln, nicht in Paragraphen. Ein Zitat „§ 57 BayBO“ ist immer falsch.
  • Die Grenzbebauung steht in Bayern in Art. 6 Abs. 7, nicht wie in den meisten Ländern in Absatz 8.
  • Bauantrag und Genehmigungsfreistellung gehen an verschiedene Stellen. Der Bauantrag ist seit dem 1. Januar 2025 bei der Bauaufsichtsbehörde einzureichen (Art. 64 Abs. 1 Satz 1 BayBO); die Unterlagen der Freistellung gehen unverändert an die Gemeinde (Art. 58 Abs. 2 Satz 1 BayBO). Bis zum 31. Dezember 2024 nahm die Gemeinde beides entgegen — Quellen aus der Zeit davor nennen für den Bauantrag die falsche Stelle.
  • Die Vorlagepflicht gegenüber der Gemeinde stand bis zum 31. Dezember 2024 in Art. 58 Abs. 3 Satz 1 und steht seit dem 1. Januar 2025 wortgleich in Art. 58 Abs. 2 Satz 1. Das Erste Modernisierungsgesetz Bayern vom 23. Dezember 2024 hat den Absatz nur umnummeriert; ältere Quellen zitieren also die richtige Regel unter der falschen Absatznummer.
  • Bayern hat die Abstandsflächentiefe zum 1. Februar 2021 von 1,0 H auf 0,4 H abgesenkt. Ältere Tabellen im Netz führen weiterhin den alten Wert.
  • In Gemeinden mit mehr als 250 000 Einwohnern verlangt Art. 6 Abs. 5a BayBO unter weiteren Bedingungen 1 H statt 0,4 H. Eine gemeindliche Abstandsflächensatzung kann das verdrängen — Nürnberg wendet nach eigener Auskunft weiterhin seine Satzung an. Für Anlagen nach Art. 6 Abs. 7 spielt der Koeffizient keine Rolle; sie brauchen keine eigene Abstandsfläche.

Alle acht Vorhabenarten in Bayern im Überblick — mit BayBO, Abstandsflächen und Grenzbebauung.

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Häufige Fragen: Gartenhaus in Bayern

Braucht ein Gartenhaus in Bayern eine Baugenehmigung?

Nicht, solange der Brutto-Rauminhalt unter 75 m³ bleibt, so Art. 57 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a BayBO. Darüber ist ein Bauantrag erforderlich. Im Außenbereich sinkt die Schwelle auf 20 m³; bauplanungsrechtlich bleibt das Vorhaben dort nach § 35 BauGB aber meist unzulässig.

Welcher Grenzabstand gilt in Bayern für Gartenhäuser?

0,4 × Wandhöhe, mindestens 3 m, so Art. 6 Abs. 5 Satz 1 BayBO. Bei 2,60 m Wandhöhe sind das 3 m. Für Gebäude ohne Aufenthaltsräume und Feuerstätten bis 3 m mittlerer Wandhöhe ist die Grenzbebauung auf 9 m Länge zulässig.

Wie viele Quadratmeter entsprechen 75 m³ in Bayern?

Das hängt von der Höhe ab. Bei 2,70 m mittlerer Höhe — typisch für ein Satteldach mit 2,40 m Traufe — entsprechen 75 m³ rund 27,8 m² Grundfläche. Bei niedrigerer Bauweise sind mehr Quadratmeter möglich, bei höherer weniger.

Darf ich im Gartenhaus in Bayern Strom verlegen?

Ja. Die Freistellung bis 75 m³ nach Art. 57 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a BayBO hängt allein an der Größe — eine Elektroinstallation gehört nicht dazu, und ein Elektroheizkörper ist keine Feuerstätte, weil er nichts verbrennt. Diese Zeile nennt keine Nutzungsbedingung; ob im Gartenhaus gewohnt werden darf, entscheidet deshalb nicht sie, sondern das Bauplanungsrecht und die Frage der Nutzungsänderung.

Was ist im Außenbereich genehmigungsfrei in Bayern?

Im Wortlaut des Art. 57 Abs. 1 BayBO fällt das Wort „Außenbereich" achtmal, verteilt auf sieben Katalogpositionen. Fünf nehmen ihn aus: die 75 m³ des Buchst. a, Garagen und überdachte Stellplätze (Nr. 1 Buchst. b), Mauern und Einfriedungen (Nr. 7 Buchst. a), Schwimmbecken (Nr. 10 Buchst. a) und nicht überdachte Stellplätze (Nr. 15 Buchst. b). Drei gewähren dort etwas: der Buchst. a in seiner zweiten Hälfte mit 20 m³, Antennen tragende Masten (Nr. 5 Buchst. a Doppelbuchst. aa) und offene, sockellose Einfriedungen land- und forstwirtschaftlicher Nutzung (Nr. 7 Buchst. b).

Ist eine Halle mit 100 qm Grundfläche in Bayern genehmigungsfrei?

Nach Art. 57 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. c BayBO ja — aber nur für einen Betrieb. Die Vorschrift stellt freistehende Gebäude bis höchstens 100 m² Brutto-Grundfläche und höchstens 140 m² überdachter Fläche verfahrensfrei; „höchstens" schließt den Wert ein. Acht Bedingungen müssen zusammentreffen: freistehend, ohne Feuerungsanlagen, dienend einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb oder einem Betrieb der gartenbaulichen Erzeugung, nur eingeschossig, nicht unterkellert, die beiden Flächengrenzen, und bestimmt nur zur Unterbringung von Sachen oder zum vorübergehenden Schutz von Tieren. Für ein privates Grundstück ohne Betrieb greift die Zeile nicht. Über die Zulässigkeit entscheidet daneben § 35 BauGB.

Darf man ein Gartenhaus aus Stein bauen?

Ja. Art. 57 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a BayBO bemisst allein den Brutto-Rauminhalt — bis 75 m³ — und nennt kein Material; Stein, Holz und Sandwichplatte stehen vor dem Freistellungskatalog gleich. Die Anforderungen an das Bauwerk bleiben davon unberührt: Nach Art. 55 Abs. 2 BayBO entbindet die Genehmigungsfreiheit nicht von der Verpflichtung, die Anforderungen öffentlich-rechtlicher Vorschriften einzuhalten. Die Standsicherheit einer gemauerten Hütte wird also nicht geprüft, aber geschuldet.

Wie groß darf eine Gartenhütte in Bayern sein ohne Baugenehmigung?

Genauso groß wie ein Gartenhaus: bis 75 m³ Brutto-Rauminhalt, außer im Außenbereich, so Art. 57 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a BayBO. Das Wort selbst kennt die Bauordnung nicht — „Gartenhütte", „Gartenhaus" und „Gerätehaus" kommen in ihrem Volltext nicht vor. Freigestellt sind „Gebäude", und darauf kommt es an: Art. 57 Abs. 1 Nr. 10 Buchst. e BayBO stellt Anlagen der Gartennutzung und Gartengestaltung frei, nimmt davon aber „Gebäude und Einfriedungen" ausdrücklich aus. Eine Hütte fällt deshalb nie unter diese Gartenposition, sondern immer unter den Rauminhalt des Buchst. a. Einen eigenen Namen trägt im Katalog nur die Gartenlaube in einer Kleingartenanlage (Nr. 1 Buchst. h).

Wie groß muss der Mindestabstand zwischen einem Gartenhaus und dem Nachbarn in Bayern sein?

Gerechnet wird mit 0,4 × Wandhöhe, mindestens aber 3 m, so Art. 6 Abs. 5 Satz 1 BayBO. Bei 2,60 m Wandhöhe greift deshalb der Mindestwert. Die Abstandsfläche muss auf dem eigenen Grundstück liegen; nach Art. 6 Abs. 2 Satz 2 BayBO darf sie auf öffentlichen Verkehrs-, Grün- und Wasserflächen bis zu deren Mitte reichen. Auf ein Nachbargrundstück darf sie sich nach Art. 6 Abs. 2 Satz 3 BayBO nur erstrecken, wenn das gesichert ist oder der Nachbar gegenüber der Bauaufsichtsbehörde schriftlich zustimmt.

Wie weit muss ein Gartenhaus in Bayern vom Nachbargrundstück entfernt sein?

Unter einer Voraussetzung gar nicht: Art. 6 Abs. 7 Satz 1 Nr. 1 BayBO lässt Gebäude ohne Aufenthaltsräume und Feuerstätten mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 3 m und einer Gesamtlänge je Grundstücksgrenze von 9 m in den Abstandsflächen und ohne eigene Abstandsflächen zu — ein solches Gartenhaus darf unmittelbar an der Grenze stehen. Dächer über 45 Grad Neigung rechnen zu einem Drittel auf die Wandhöhe, über 70 Grad voll. Nach Satz 2 darf die so grenznah errichtete Bebauung nach den Nrn. 1 und 2 auf dem Grundstück insgesamt 15 m nicht überschreiten. Mit Aufenthaltsraum oder Feuerstätte gilt wieder die gerechnete Abstandsfläche.

Gilt die Regel in Bayern auch im Kleingarten?

Nein, dort gilt zusätzlich § 3 Abs. 2 BKleingG: höchstens 24 m² Grundfläche einschließlich überdachtem Freisitz, und die Laube darf nicht zum dauernden Wohnen geeignet sein. Diese Grenze gilt auch dort, wo BayBO großzügiger wäre.

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